Ständig beschäftigt

Schauspielhaus Düsseldorf: nach Kafka «Der Prozess»

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Es könnte ganz einfach sein – schlicht wie der erste Satz: «Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.» Im Düsseldorfer Schauspielhaus wuchtet sich erst einmal ein aus sechs Dutzend Männern und Frauen bestehender Chor in schwarzen Anzügen mit passenden Hüten aus den vorderen Parkettreihen, erklettert die Bühne, bringt sich in Aufstellung und skandiert rhythmisch nicht ganz einwandfrei einige Kafka-Aphorismen.

Die Chorgemeinschaft, die vor Spielbeginn und in der Pause das Publikum im Foyer mimisch durchmischt, wird überhaupt ständig beschäftigt, rennt durch den Zuschauersaal, klappt die Türen, summt, singsangt und bringt sich in immer neuen Formationen dekorativ zur Anschauung.

Weiter sind zu sehen, ohne Gewähr auf Vollständigkeit: Akrobaten der Lüfte; Pappkameraden; Tschechow-Birken; wimmelnde Insekten auf weißer Wand; eine Bootsfahrt im schwarzen Nichts; eine Horde Kühe; viele Puppen; eine Porno-Freakshow mit fleischfarbenen künstlichen Pimmeln und Riesenärschen; ein Monsterbaby; ein zertrümmerter Flügel; ein fliegendes Tandem; Rückprojektionen; Trickfilm-Einspielungen. Dazu eine sich toll gebärdende ...

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Theater heute November 2012
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Andreas Wilink

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