Bescheidenheit ist keine Zier
Bescheidenheit ist keine Zier. In der Kunst jedenfalls nicht. Und wir hatten in den letzten Jahren genug Anlässe, uns über die pragmatische Selbstbescheidung der Absolventen der Szenisches-Schreiben-Ausbildungsgänge zu beklagen, die in Serie 90-Minüter mit höchstens vier Figuren und einem höchst überschaubaren Themen- und Problemspektrum für die Studiobühnen landauf, landab produzierten.
Nis-Momme Stockmann gehörte auch dazu, als einer der Erfolgreichsten, mit seinen frühen Stücken «Der Mann der die Welt aß» und «Das blaue blaue Meer», von denen er heute nichts mehr wissen will. Er hat mittlerweile leidenschaftliche Plädoyers gehalten für eine andere Theaterkunst, die sich sehr hochfahrend versteht als «Affekt, Leben, Brand, Versuch, Zwang, Neurose (und die Begegnung mit ihr), Verzweiflung, Dummheit, Irren, Widerspruch – Liebe Liebe Liebe – diffus und dumm – überwältigend, herabwerfend, katastrophal! ... Gegen diese dumme Kultur des Verstehens, Verortens, Nutzbarmachens, Wirtschaftlichmachens.»
«Der Freund krank»: die Ich-Triade
Das erste Resultat der entschlossenen Sprengung aller Ketten namens Handlung, Sinn,
Kohärenz, Sortierung war 2011 in Heidelberg ein von Stockmann selbst ...
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Theater heute November 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 26
von Barbara Burckhardt
1./Donnerstag
20.15 ARD: Rommel Fernsehfilm (2012) von Niki Stein, mit Ulrich Tukur, Thomas Thieme, Hanns Zischler, Johannes Silberschneider, Jochen Noch u.a.
(am 17./Samstag in 3sat)
3./Samstag
20.15, 3sat: Der Reigen von Schnitzler, mit Petra Morzé, Katharina Strasser,
Miguel Herz-Kestranek u.a., Regie Helmut Wiesner. Aufzeichnung von den Sommerspielen Reichenau...
Gerade mal 23 ist Laura Naumann, vier Stücke hat sie geschrieben, und an Wettbewerben und Preisen hat sie vom Berliner Stückemarkt bis zu den Autorentheatertagen am DT schon mitgenommen, was mitzunehmen ist. Nebenbei studiert sie im Performancecluster Hildesheim Kreatives Schreiben und ist Mitglied der Game-Performer MachinaEx, deren surreale Spielinstallationen...
Nein, es war kein Nachwuchsfestival, diese dritte Boxenstopp-Reihe, und am Ende wurde es sogar richtig alt. Drei arrivierte Autoren, Esther Becker, Carsten Brandau und Anja Tuckermann, hatte die Jury zum Deutschen Kindertheaterpreis und Deutschen Jugendtheaterpreis ausgewählt für ein Stück-Stipendium. Die Ergebnisse waren Anfang Oktober im Theater der Jungen Welt...
