Kinder- und Jugendtheater: Zwischen Werkstatt und Werbung
Nein, es war kein Nachwuchsfestival, diese dritte Boxenstopp-Reihe, und am Ende wurde es sogar richtig alt. Drei arrivierte Autoren, Esther Becker, Carsten Brandau und Anja Tuckermann, hatte die Jury zum Deutschen Kindertheaterpreis und Deutschen Jugendtheaterpreis ausgewählt für ein Stück-Stipendium. Die Ergebnisse waren Anfang Oktober im Theater der Jungen Welt in Leipzig als Werkstattinszenierungen aus Zürich, Berlin und Leipzig zu besichtigen, wobei allen Texte ein hoher Reifegrad zu attestieren war.
Die Jüngste im Bunde war die 32-jährige Esther Becker.
Die freie Schauspielerin und Autorin hat bereits zahlreiche Stücke an die Theater gebracht und war 2007 mit dem Paul-Maar-Stipendium Teilnehmerin der Dramatikerwerkstatt der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. In Leipzig präsentierten Regisseur Enrico Beeler und sein Team einen ersten Auszug aus dem neuen Stück «Supertrumpf». Darin geht es um Lou, die mit ihren Freunden am liebsten das titelgebende Quartett spielt. Ihre ältere Schwester Maya kehrt in der Eingangsszene aus einer Klinik zurück, wo sie drei Monate lang wegen ihrer Magersucht behandelt wurde. Das Stück erzählt in sehr verknappter Sprache die ...
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Theater heute November 2012
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Torben Ibs
«Warum nimmt ein Jude keine Schmerzmittel? – Weil der Schmerz dann aufhört.» Sollte man ruhig öfter probieren: Zum Auftakt eines Theaterabends ein paar Witze erzählen, so wie Natalia Belitski in der Box des Deutschen Theaters. Das lockert auf und wärmt an. Und verspricht im Fall von Marianna Salzmanns «Muttersprache Mameloschn» obendrein etwas, das auch gehalten...
1./Donnerstag
20.15 ARD: Rommel Fernsehfilm (2012) von Niki Stein, mit Ulrich Tukur, Thomas Thieme, Hanns Zischler, Johannes Silberschneider, Jochen Noch u.a.
(am 17./Samstag in 3sat)
3./Samstag
20.15, 3sat: Der Reigen von Schnitzler, mit Petra Morzé, Katharina Strasser,
Miguel Herz-Kestranek u.a., Regie Helmut Wiesner. Aufzeichnung von den Sommerspielen Reichenau...
Bescheidenheit ist keine Zier. In der Kunst jedenfalls nicht. Und wir hatten in den letzten Jahren genug Anlässe, uns über die pragmatische Selbstbescheidung der Absolventen der Szenisches-Schreiben-Ausbildungsgänge zu beklagen, die in Serie 90-Minüter mit höchstens vier Figuren und einem höchst überschaubaren Themen- und Problemspektrum für die Studiobühnen...
