Nach der Angst ist vor dem Glück
Gerade mal 23 ist Laura Naumann, vier Stücke hat sie geschrieben, und an Wettbewerben und Preisen hat sie vom Berliner Stückemarkt bis zu den Autorentheatertagen am DT schon mitgenommen, was mitzunehmen ist.
Nebenbei studiert sie im Performancecluster Hildesheim Kreatives Schreiben und ist Mitglied der Game-Performer MachinaEx, deren surreale Spielinstallationen zu durchaus ähnlichen temporären Verbrüderungserscheinungen führen können wie der Terroralarm auf einem Flughafen, der in Laura Naumanns neuestem Stück «demut vor deinen taten baby» Mia, Bettie und Lore zu einem innig verschwisterten Aktionsbündnis zusammenschweißt.
Denn wer der «fucking Apokalypse» ins Auge geblickt hat, lebt danach glücklicher: An dieser Erfahrung wollen die jungen Idealistinnen künftig die gelangweilte Menschheit teilhaben lassen. Mit ihren Terrorsimulationen in Clubs und Supermarkt lösen sie so viel Wohlgefühl bei den «Überlebenden» aus, dass sich der Staat die Strategie zunutze machen will, um die allgemeine Stimmung im Volk zu heben, denn damit steigen bekanntlich auch Kaufkraft, Reiselust und Bruttoinlandsprodukt. Künftig ziehen die drei Mädchen in wechselnden Verkleidungen von TicTacToe bis King ...
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Theater heute November 2012
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Barbara Burckhardt
Lieber Niels,
am Tage der Nachricht über Deinen Tod haben viele Menschen, die Dir nahestanden, die mit Dir zusammengearbeitet haben, die Dich kannten, miteinander geredet. Keiner von uns kann verstehen, dass Du nicht mehr unter uns weilst. Wir wissen zu wenig, um zu verstehen. Ich versuche – wie alle anderen – meine Erinnerungen mit einigen Fragen und Beobachtungen...
Es ist der Start in eine neue Spielzeit, die von größeren Weichenstellungen begleitet wird. Mannheims Generalintendantin Regula Gerber warf aufgrund gesundheitlicher Probleme im Frühjahr das Handtuch. Für das Nationaltheater bedeutet das: Es soll, angelehnt an das Stuttgarter Modell, künftig von gleichberechtigten Spartenleitern inklusive eines Verwaltungschefs...
Der Herrgott hätte ruhig ein paar Flöhe und Wanzen weniger erschaffen können. So denkt ein Missionar, den ein halbes Jahrhundert Kongo ausgesaugt hat. Pater André ist auf Vortragsreise. Linkisch blinzelt er in die Scheinwerfer, er räuspert sich, blättert fahrig im Manuskript, als könnte das, was er erlebt hat, ohnehin keiner in Worte fassen.
Pater Andrés...
