Sekunde durch Hirn
Einer sehr pessimistischen Philosophie zufolge ist die Entfremdung in Gesellschaften der bei uns vertrauten Art so weit vorangeschritten, dass kein Rest bleibt, keine Regung, kein Wunsch und kein Begehren, die nicht die Imperative der vermarkteten und verwalteten Welt vollstrecken.
Das Bestechende an dieser düsteren Interpretation ist ihre Unwiderlegbarkeit. Wer widerspricht und dabei auf seine Freiheit pocht, verrät nur seine Naivität.
Er (oder sie) hat einfach noch nicht gemerkt, dass das «System» längst die innersten Bezirke des Selbst erobert und seinen Sinn genormt, geformt hat. Was immer sich die Individuen vorstellen, was sie denken, wollen, wählen – es fügt sich, wie von höherer Hand geleitet, in die bestehende Ordnung ein. Die «Multioptionsgesellschaft» ist ein grandioses Ablenkungsmanöver, Teil des Plans einer Vorsehung, die ihr Werk – fundamentale Alternativen aus den Köpfen und dem Streben der Menschen zu verbannen – mit rein irdischen Mitteln vollbringt. Dem Anschein nach kontrastreich, vielfältig, individualistisch wird das Leben in Wahrheit von Monotonie und Konformismus beherrscht und verströmt im festen Griff des falschen Insgesamt. Ich halte diese schwarze ...
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Jeden Moment hätte Markus Luchsinger um die Zeltecke biegen können – so empfanden manche Weggefährten und Festivalhabitués beim diesjährigen Theaterspektakel. Der Theatermacher, der zwischen 1990 und 2001 dem von Alternativkultur und Straßentheater geprägten Sommerfestival am Zürichsee internationales Ansehen verschafft und es zum attraktiven Koproduktionspartner...
„Netto” war eine Überraschung. Als Seminararbeit an der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen geplant, praktisch ohne Budget und in kürzester Zeit entstanden, sozusagen „für den Hausgebrauch“ gedreht, wurde der Film 2006 in die Berlinale-Reihe „Perspektive Deutsches Kino” eingeladen – und als wäre dies nicht schon Auszeichnung genug, gewann er auch gleich...
