Phantomschmerzen

Emma-Theater: Azar Mortazavi «Ich wünsch mir eins»

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Kaum eine andere junge deutschsprachige Dramatikerin hat in den vergangenen Jahren einen Debüttext von solcher emotionaler Eindringlichkeit und schnörkelloser Sprachkraft vorgelegt wie die jetzt 28-jährige Azar Mortazavi. Für ihr Mutter-Tochter-Drama «Todesnachricht» erhielt sie 2010 den Else-Lasker-Schüler-Preis. Doch verglichen mit dem Nachfolger «Ich wünsch mir eins» wirkt ihr Erstling wie ein Exposé; nun folgt das große Drama. Das Stück ist reicher, komplexer, dabei gut strukturiert.

Die Autorin lässt nicht mehr nur zwei Figuren auftreten, sondern verwebt fünf Leben ineinander.

Inhaltlich knüpft Azar Mortazavi, die soeben ihr Studium «Kreatives Schreiben» in Hildesheim abgeschlossen hat, am früheren Stück an: Arbeitete sich dort die Tochter an ihrer egoistischen Mutter ab, klammert sich hier eine nahezu identisch wirkende Tochter an eine Amour fou mit einem alten, abgebrannten Trinker. Fügt ihn wie eine morsche Prothese in die Leerstelle, die Vater Sahid hinterlassen hat. Die Mutter eine Deutsche, der Vater Araber – die Tochter eine Fremde im Land ihrer Geburt, in Deutschland.

«Ich werde weggehen, weg von hier», ist einer der ersten Sätze dieser Leila. «Dahin, wo alles bes­ser ...

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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Chronik: Osnabrück, Seite 59
von Barbara Behrendt

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