«Ihr werdet jetzt alle assimiliert!»

Postmigration, ein Lustkonzept: Das Hamburger Festival «Krass» macht sich an eine Bestandsaufnahme des postmigrantischen Theaters

Theater heute - Logo

"Verrücktes Blut» ist schuld. Mit dieser Produktion setzte das Berliner Ballhaus Naunynstraße vor zwei Jahren den Begriff «postmigrantisches Theater» auf die Agenda – Migrationsprozesse sind demnach in Deutschland abgeschlossen, bleiben aber dennoch in der Lebensrealität der Zuwanderer spürbar. Das Theater soll diese Realität sowohl inhaltlich wie ästhetisch abbilden, und selbst wenn «postmi­grantisches Theater» als Genrebegriff zu hoch gehängt ist, liegt hier zweifellos einiges im Argen.

Wo die postmigrantische Generation längst in Kino, Kabarett, Tanz und Comedyszene angekom­men ist, ist das deutsche Stadttheater weiterhin Hort kultureller Homogenität. Außer in der Kreuzberger Naunynstraße.

Entsprechend ist die postmigrantische Vorzeigebühne auch eingeladen beim Minifestival «Krass» im Hamburger Kulturzentrum Kamp­nagel, einem Festival für Projekte, «in denen Kulturen aufeinander prallen». Die Naunynstraße gastiert mit «Schnee», einer Dramatisierung von Orhan Pamuks gleichnamigem Roman durch Oliver Kontny und Regisseur Hakan Savas Mican. Wo bei Pamuk der Dichter Ka in der ostanatolischen Stadt Kars zwischen Religion, Halbkriminalität, Liebeshändeln und Nationalismus zerrieben ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2013
Rubrik: Magazin: Kampnagel-Festival, Seite 69
von Falk Schreiber

Weitere Beiträge
Premieren im Februar · On Tour · Suchlauf

Aalen, Theater der Stadt
9. nach Renard, Muttersohn/Poil de carotte (U)
R. Katharina Kreuzhage

Altenburg/Gera, TPT
1. nach Kesselring, Arsen und Spitzenhäubchen
R. Tim Heilmann
15. Rame/Fo, Bezahlt wird nicht
R. Bernhard Stengele
16. Waechter, Die Eisprinzessin
R. Sabine Schramm

Anklam, Landesbühne
22. Dürrenmatt, Die Physiker
R. Wolfram Scheller

Augsburg, SEnsemble Theater
9....

Große alte Männer

Wie humorlos. Eine «Machtdemonstration der ganz zynischen Art» sieht die gutbürgerliche «Neue Zürcher Zeitung» in Klaus Wowereits hartnäckigem Festhalten am Berliner Bürgermeisterstuhl, obwohl er doch als Aufsichtsratschef der Berliner Flughafengesellschaft die Verantwortung für milliardenschwere Fehlplanungen trägt. Gar «Schlawinerhaftigkeit, Selbstüberschätzung...

Pläne für das März-Heft / Impressum

Lange muss Elektra warten, bis sich ihre Racheträume an der eigenen Mutter erfüllen. Karin Henkel hat sich in Zürich die attische Familienmetzelei neu angesehen – und zwar von zwei Seiten!

 

Peter Fitz war seinen Mitspielern wie Bernhard Minetti oder Otto Sander immer ein großer Zweiter, der den Ersten jederzeit über den Kopf wachsen konnte. Ein Nachruf

 

Über ein...