Mädchen und Männchen

Stefan Bachmann inszeniert Kleists «Das Käthchen von Heilbronn», und Rafael Sanchez bringt Sibylle Bergs «Viel gut essen» zur Uraufführung im Schauspiel Köln

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Käthchen, Mädchen!» – Was ist los? Alle wollen dich. Das krudeste Machwerk Kleists, mit schielendem Blick auf die Modetrends seiner Zeit zusammengezimmert aus Versatzstücken diverser Genres – es ist sein erfolgreichstes Stück geworden. Die strukturelle Offenheit, das Bastelwerk, bei dem man die Klebestellen noch sieht, ist ein ideales Objekt der Begierde für den einheitsstiftenden Zugriff eines Regisseurs.

Stefan Bachmann, der gerne zu den großen Stoffen greift, hat gelernt, mit der großen ehemaligen Kabellagerhalle, der Ausweichspielstätte des Kölner Schauspiels, umzugehen.

Olaf Altmann hat ihm eine riesige, mattglänzende Quarterpipe gebaut, eine gebogene Sprungschanze, die die Halle in voller Breite füllt und bis auf die Höhe der ansteigenden Zuschauerreihen ragt. Damit werden die akustischen Tücken des Provisoriums ausgeglichen, und ein Bedeutungsraum für Aufstiege und Abstürze entsteht. Man spielt hier tatsächlich «an des Wahnsinns grausem Hang», an dem Graf Wetter vom Strahl sich umherschwanken sieht.

Abwehrwaffe Ironie

Über diese optische Einheit eines vieldeutigen Symbolmonstrums kommt die Inszenierung jedoch kaum hinaus. Alle Klippen des zerklüfteten Textgebirges werden klug ...

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Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Gerhard Preußer

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