Noch eine Prise Zicke
Die Männer könnten aus dem Krieg heimkehren, stattdessen legen sie einen Zwischenstopp ein. Prinz Pedro und seine Begleiter sind zu Gast beim Gouverneur von Messina, wo es nach einem Maskenball um nicht weniger als Liebe, Intrige und Verwirrung geht. Der Prinz wirbt für seinen Vertrauten Claudio um die Hand der Gouverneurstochter. Alles funktionierte wie geschmiert, wäre nicht der Halbbruder des Prinzen, Don John, ein verbitterter und missgünstiger Einzelgänger. Er sät Zweifel, die schöne Hero habe auch was mit anderen Männern.
Der Traum von der Liebe scheint ausgeträumt, bis die Intrige aufgedeckt wird. Happy End.
«Viel Lärm um nichts» ist ein merkwürdiges Stück, dem es scheinbar um die unbedarft Verliebten Hero und Claudio geht. Tatsächlich aber gilt Shakespeares Aufmerksamkeit Beatrice und Benedikt. Sie ist Heros Kusine, er ein zynischer Edelmann. Die beiden bekriegen sich mit Worten, parlieren anspielungsreich, bösartig, selbstverliebt. Wortakrobaten, die cool wirken wollen, das aber so feurig tun, dass klar ist: Insgeheim brennen sie füreinander. Der Widerspenstigen Zähmung gelingt, weil man ihnen ins Ohr flüstert, sie würden vom jeweils anderen über alle Maßen bewundert.
In ...
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Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Chronik: Mannheim, Seite 58
von Jürgen Berger
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