Love me tender
Ertappt! Ein wenig langweilig war es schon geworden bei «III nach neun», der Talkshow aus Bremen an diesem späten Freitagabend. Judith Rosmair war zum ersten Mal in ihrem Leben bei einer Veranstaltung, in der es um sie gehen sollte, nicht um eine Figur, hinter der man sich verstecken (oder mit der man an die Rampe rennen) kann.
Sie hatte ewig warten müssen, im glitzernden kleinen Schwarzen nur ab und zu großäugig und dunkel lachend in die Kamera charmiert, während die blonde FDP-Frau gegen den Mütter-Mythos wetterte, ein durchgeknallter Parapsychologe und Spukforscher nicht zu Potte kam, eine lettische Orgelspielerin Sexyness und Kirchenmusik zusammenbrachte, der Fliegenträger von der SPD den Zwei-Klassenstaat anprangerte. Dann ist sie endlich dran, «die Frau für starke Auftritte, Liebling des Hamburger Publikums», wie Moderator Giovanni di Lorenzo hingerissen anmerkt, um dann teilnahmsvoll anzufragen, ob das wohl den Neid der Kollegen wecke? Nein, sagt sie, eine Rampensau macht den anderen Mut. Mut, ein Fest zu feiern, wenn man spielt. Sie spricht vom Geschenk der Selbstvergessenheit in der Musik, von der Jugendliebe zu einem französischen Pantomimen und von der zu Peter Brook und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Zukunft unserer Gesellschaft wird alt aussehen, so viel hat sich inzwischen herumgesprochen. Wer heute mit 65 in Rente oder mit Ende 50 in den Vorruhestand geht, hat in der Regel ein Drittel seines Lebens noch vor sich. Es wird in Zukunft nicht nur mehr Alte als Junge geben, sondern jeder Einzelne wird in seinem Leben auch länger alt als jung sein....
Begeisterung ist ihm nicht gerade fremd. Ende Feburar in Zürich, zwei Wochen vor der «Hamlet»-Premiere, schwärmt Joachim Meyerhoff von der Künstlerwohnung im schicken Schiffbau. «Echt toll, dieser moderne Beton verschafft mir eine Erholung vom barocken Wien.» In Berlin, während des Theatertreffens im Mai, richtet sich die Begeisterung auf die Begeisterung des...
Können Christen, Juden und Muslime sich im gemeinsamen Menschlichen versöhnen? Diese Frage hat bereits 1779 Gotthold Ephraim Lessing beschäftigt; mit seiner Parabel «Nathan der Weise» formulierte er die Notwendigkeit, ein stabiles Gleichgewicht zwischen den Religionen auf der Basis der Vernunft zu erringen. Lessing trat damit seinerzeit in den Widerstreit zur...
