Scharf, groß, laut

Joachim Meyerhoff, Schauspieler des Jahres, spielt viel Shakespeare und mag es meistens «vehement». Dass er selbst in Wien, Zürich oder Hamburg manchmal so spielt, als wollte er endlich an ein großes Haus, liegt auch an seiner Herkunft. Und an Edgar Selge.

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Begeisterung ist ihm nicht gerade fremd. Ende Feburar in Zürich, zwei Wochen vor der «Hamlet»-Premiere, schwärmt Joachim Meyerhoff von der Künstlerwohnung im schicken Schiffbau. «Echt toll, dieser moderne Beton verschafft mir eine Erholung vom barocken Wien.» In Berlin, während des Theatertreffens im Mai, richtet sich die Begeisterung auf die Begeisterung des Publikums, das «Viel Lärm um nichts» laut mochte.

Meyerhoff selbst ist allerdings «nah an der Erschöpfung»: Hamlet in Zürich, gleichzeitig «Viel Lärm» in Wien und Berlin und zwischendurch Mephisto im Hamburger «Faust» (alles Regien von Jan Bosse) – eigentlich steckt er ja in den Proben zu «Sturm» mit Barbara Frey im Burgtheater, zu dessen Ensemble er seit zwei Spielzeiten gehört. Zum Glück muss ein Schauspieler nicht «Hello Hamburg» oder «Servus Wien» rufen – da könnte einiges durcheinander geraten bei Meyerhoff. Man würde es ihm verzeihen. Denn die Begeisterung wäre so oder so: echt.
 

Am Morgen nach der dritten «Sturm»-Vorstellung, es ist Mitte Juni, leuchtet er von Neuem. «Ist das nicht unglaublich?» Wir sitzen weder auf Beton noch in barockem Plüsch, sondern in einem leeren, leicht verwesten Wiener Kaffeehaus. «Dass es ...

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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Spieler des Jahres, Seite 54
von Tobi Müller

Vergriffen
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