Kulturpolitik: Kölner Intendanz-Karneval

Wie man die Suche nach einer neuen Theaterleitung optimal in den Sand setzt – Beispiel Schauspiel Köln

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Am Ende ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel kulturpolitisches Vertrauensporzellan in kurzer Zeit von entschlossenen Akteur*innen zerschlagen werden kann. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte im Einvernehmen mit der örtlichen Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach und beraten vom pensionierten Bühnenvereinsdirektor Rolf Bolwin einen echten Überraschungscoup gelandet.

Als neuer Intendant des Kölner Schauspiels wurde in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz Carl Philip von Maldeghem stolz präsentiert, der über Salzburg hinaus weitgehend unbekannte und künstlerisch unauffällige Chef des dortigen Landestheaters. Er wurde den Kölnern, die vor ihm mit Karin Beier und jetzt mit Stefan Bachmann über­regional profiliertes und umworbenes Personal gewohnt waren, mit einem bunten Strauß an Phrasen («innovativer Regisseur», «internationale Kontakte», «kreative Allianzen») empfohlen, die in der umwerfenden Erkenntnis gipfelten, dass das Theater den Menschen gehöre. 

Die erste Überraschung bei Presse und Öffentlichkeit schlug bald in offene Empörung über eine unverständliche Entscheidung um. Spätestens als der Kölner Autor Navid Kermani eine «Demütigung» für ...

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Theater heute März 2019
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Franz Wille

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