Globale Fortbewegung
Vierrädrige Blechkisten mit Eigenantrieb durch Verbrennungsmotor – sogenannte Autos – sind nicht nur mobile Freiheitsversprechen, Dreckschleudern, Statussymbole oder gar Anlässe zur Freude am Fahren. Das immer noch erfolgreiche Fortbewegungsmittel erweist sich auch als äußerst vielseitige Erzählhilfe, mit der sich einiges zusammenfügen lässt, was am tatsächlichen oder imaginären Wegrand liegt. Vor allem, wenn man dazu noch das Autoradio anschaltet und der Sendersuchlauf anspringt.
Enis Maci nutzt das Auto in ihrem neuen Stück (nach «Mitwisser», s.
TH 6/18) für eine weit verlinkte Stoffsammlung zu den Themen Gastarbeitergeschichte, Migration, Terror, Exklusion, Generationenverhältnis und Zeit. Auch der Verrat hat einen Erwähnungsauftritt in Hans Magnus Enzensbergers Deutung als Herrschaftskritik. Das Rückgrat der Autowerkstatt ist die alte «Europastraße 5» von Süddeutschland Richtung Südost nach Österreich, Slowenien, Kroatien und weiter bis Athen oder Istanbul, auf der seit den Sechzigern die «Gastarbeiter» des Wirtschaftswunders rollten und deren Topografie später die Migranten aus Syrien und Afrika folgten. Ein Paar macht sich von Deutschland aus auf den Weg in die Heimat ...
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Theater heute März 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Franz Wille
«unsere väter lebten angenehm. sie hatten rinder und feldfrüchte;
sie hatten salzsümpfe und bananenbäume.
plötzlich sahen sie ein großes schiff aus dem ozean emporsteigen.
dieses schiff hatte vollständig weiße flügel, die wie klingen funkelten.
weiße männer kamen aus dem wasser und sprachen worte, die niemand verstand.
unsere vorfahren ergriff die furcht; sie sagten,...
Einmal mehr am Ende eines Theaterabends die Frage, ob denn nun wirklich jeder Roman auch auf die Bühne gebracht werden muss, ob es da nicht eine ganz bewusst gesetzte Grenze zwischen der gekonnt komponierten Prosa und dem erzählenden Theater gibt und geben sollte. In diesem Fall geht es um das viel beachtete und wegen seiner komplizierten Verschränkung...
Am Ende ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel kulturpolitisches Vertrauensporzellan in kurzer Zeit von entschlossenen Akteur*innen zerschlagen werden kann. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte im Einvernehmen mit der örtlichen Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach und beraten vom pensionierten Bühnenvereinsdirektor Rolf Bolwin einen...
