Kreativprojekt Kind

Die Dresdner Uraufführung von Martin Heckmanns’ «Vater Mutter Geisterbahn»

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Die ehrgeizige Mutter hat mit Sicherheit nicht nur einen Ayurveda-Kurs besucht: «Jetzt kommt gleich der Papa von der Arbeit, und dann machen wir uns alle zusammen einen wunderbaren Abend hier bei uns zu Hause», flötet sie ihrem Neugeborenen zu, das sich schweigsam – man könnte auch sagen: herzlich desinteressiert – in seinem rosafarbenen Strampler in der Zimmerecke herumdrückt. Der heimkehrende Papa scheint für derartige Harmonie-Attacken ebenfalls sträflich untersensibilisiert. Kaum über die Schwelle getreten, leistet er sich einen groben Schnitzer: «Überall Hunde. Halbnackte.

Und durch die Königsallee demonstriert eine Minderheit», meckert er sich ohne Rücksicht auf fernöstliche Erziehungskonzepte den misanthropischen Großstadt-Frust von der Seele. «So, das machen wir jetzt gleich noch mal», ordnet die Ayurveda-Mama streng an. «Das Ganze in positiv. Kommst du bitte noch mal rein?»

Lieblingsfeindbild

Auch der Dramatiker Martin Heckmanns ist also mit seinem neuen Stück «Vater Mutter Geisterbahn» in jenes bürgerliche Selbstverwirklichungsmilieu abgetaucht, das sich besonders gern in Gegenden wie dem Berliner Prenzlauer Berg fortpflanzt und das unter dem Stichwort ...

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Theater heute August/September 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 45
von Christine Wahl

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