Jammern war gestern
Theater heuteHerr Stüdemann, Sie verkörpern eine interessante und seltene Personalunion: Sie sind in Dortmund gleichzeitig Kulturdezernent und Kämmerer. Wie geht das überhaupt?
Jörg StüdemannGanz gut, und ich mache das ja auch schon länger. Auch in Dresden war ich neben meinem Job als Kulturdezernent stellvertretender Kämmerer, und in Dortmund bin ich in meinem Dezernat ja auch Geschäftsführer eines Bereichs mit 500 Mitarbeitern, der den Zoo, den Westfalenpark, die Park- und Gartenanlagen und den Grünpflegebereich umfasst, die als Eigenbetriebe organisiert sind.
Wirtschaftspläne, Jahresabschlüsse und Bilanzen sind mir also nicht ganz unvertraut. Die Doppelfunktion hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass ich keinem Kämmerer erklären muss, was ein A-Orchester ist, wie ein Theater funktioniert und warum ein Museum einen Kustoden benötigt. Das ganze tragische Spiel trage ich mit mir selbst aus, und wenn ich in der einen oder anderen Funktion versage, kann ich die Vorwürfe an mich selbst richten.
THWie sehr kommen sich denn diese beiden Funktionen in der momentanen finanziellen Situation der Stadt Dortmund in die Quere? Der Kämmerer muss doch vermutlich zur Zeit ziemlich streng ...
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Theater heute Juli 2010
Rubrik: Theaterland NRW, Seite 12
von Barbara Burckhardt, Franz Wille
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