Ein langer Abend der Melancholie
Diese Uraufführung beginnt im Nichts. Kurz flackert das Licht im tiefschwarzen Raum auf, dann wieder Dunkelheit. Einige Zuschauer werden unruhig. Aus dem Off ertönt das Hartmann-Motto: «All we see is but a dream.» Auf der Bühne erstrahlt ein güldener Vorhang, der Heike Makatsch einrahmt. Einsam sitzt sie da und spricht als Peep-Show-Girl Jane zum Publikum, als ob das ein zahlender Kunde sei. Sebastian Hartmann lässt sich die Gelegenheit nicht nehmen, sein Lieblingsthema Theater im Theater auch hier einzuflechten: Der Blick auf die Guckkastenbühne ist ein Blick durchs Schlüsselloch.
Immerhin ist der erste Anfall von Selbstreferenzialität nicht derart herbeikonstruiert wie einige spätere Regieeinfälle, die über die Inszenierung hereinbrechen und das feine Gespinst aus Tristesse und Schwermut mit groben Fingern zerreißen. Das ist ärgerlich, denn Hartmann findet bisweilen eine eigene, vom Vorbild losgelöste Erzählsprache, die von Trevor handelt, dessen verlorener Liebe zu Jane, dem gemeinsamen Sohn Hunter und dem ganzen Rest. Drei zwischenmenschliche Verhältnisse werden dabei nacheinander ins Rampenlicht geholt: Das geschwisterliche, die Elternschaft und die Liebe zwischen Mann und ...
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