Fixsterne am Krisenhimmel

Eine Rundreise durch die gefährdete Theaterlandschaft Nordrhein-Westfalen –nach Oberhausen, Wuppertal, Essen, Bochum, Düsseldorf und Moers

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Seine seiner ersten Amtshandlungen, erzählt Peter Carp, sei es gewesen, eine großformatige Fotografie an die Außenwand des Theaters am Will-Quadflieg-Platz zu hängen. Nicht Quadflieg, den Oberhausener Mimen, zeigt das Foto: Nein, da sitzen zwei alte Sizilianerinnen auf ihren Klappstühlen mitten auf der Gasse. Die Plakatwand vermittelt nicht nur süditalienisches Flair in einer doch eher tristen Industriestadt am Niederrhein, sondern einen Gestus der Neugier und der gelassenen Erwartung: Dann lasst mal sehen. Eine solche Haltung, will der Intendant sagen, soll belohnt sein.

In Oberhausen, einer der vielberufenen «blutenden Kommunen» des Ruhrgebiets, wird inzwischen so ziemlich das interessanteste Theater der Region gemacht. Ein freches, schräges, ästhetisch riskantes Theater mit einem kleinen, aber hochmotivierten Ensemble – so dass man sich wundert, wo in einer Arbeiterstadt wie dieser das Publikum für gerade so ein Theater herkommt.

Als der Hamburger Peter Carp 2008 von Luzern nach Oberhausen geholt wurde, war bereits eine Spardebatte in Gang gekommen, der der neue Intendant nur ein einziges Argument entgegensetzen konnte: eine überzeugende, überregional beachtete Arbeit. «Im ersten ...

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Theater heute Juli 2010
Rubrik: Theaterland Nordrhein-Westfalen, Seite 6
von Martin Krumbholz

Vergriffen
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