Grün ist die Hoffnung
Recherchen in einem nicht mehr existierenden Staat: Die kubanischen Autoren Marcos Antonio Diaz Sosa und Rogelio Orizondo Gomez kamen im vergangenen Jahr nach Jena, um nach Spuren ihrer Landsleute zu suchen, die in der ehemaligen DDR als Vertragsarbeiter lebten. Das hätte eigentlich spannende Ergebnisse und Einblicke geben können, Antworten vielleicht nicht zuletzt auf die Frage, wie man ehemals als Ausländer in einem Land lebte, in dem längst eine starke Volksbewegung gegen angebliche Überfremdung protestierend zu Felde zieht.
Doch wie selbst das Theaterhaus Jena schon vorwarnend mitteilte: Sosa und Diaz «lösen sich vom Thema und stellen (…) zeitlose Fragen». Hätten sie sich auf ihre ursprüngliche Idee besonnen, es hätte ein annehmbarer Theaterabend werden können. Denn schreiben und dramaturgisch basteln können die beiden, inhaltlich geht ihnen allerdings in ihrer Bühnencollage «Der schlechte Geschmack» schon sehr früh die Puste aus. Ihr ursprüngliches Ziel verlieren sie aus den Augen und verzetteln sich in ihrer Kritik voller Unvernunft irgendwo zwischen platten System-Attacken und hanebüchenem Unsinn, zwischen radikalen Ideologiezweifeln und abgestandenem Dada-Aufguss.
Es ...
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Theater heute Juli 2015
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Bernd Noack
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