Gib dem Alten Zucker!

Maxim Gorki «Kleinbürger»

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Ein Stück Zucker genügt, um den Kleinbürger aus der Fassung zu bringen. «Ihr habt wieder Würfelzucker gekauft?», schimpft der alte Bessemjonow (Martin Schwab), kaum dass er die Szene betreten hat. «Würfelzucker wiegt mehr und ist nicht süß genug. Also ist es Unsinn, ihn zu kaufen.» Dabei hat der gute Mann weiß Gott auch andere Sorgen.

Sohn Pjotr (Dietmar König) ist wegen revolutionärer Umtriebe von der Uni geflogen und hängt ständig bei der lustigen Witwe Jelena (Myriam Schröder) aus dem ersten Stock herum; Tochter Tatjana (Christiane von Poelnitz) hat noch immer keinen Mann gefunden und verbreitet schlechte Stimmung; Kostgänger Teterew (Joachim Meyerhoff) nervt mit besserwisserischen Tiraden; Ziehsohn Nil (Christian Nickel) will das Dienstmädchen Polja (Mareike Sedl) heiraten, ohne Papa etwas davon gesagt zu haben.

Der Vogelhändler Pertschichin, der als eine Art Clown durch das Stück geistert (und natürlich von Urs Hefti, dem Spezialisten für schräge Vögel, gespielt wird), bringt es auf den Punkt: «Gäb’s keine Alten, gäb’s auch keine Dummheit!» Maxim Gorkis erstes Stück (uraufgeführt 1902) handelt vom Generationskonflikt: Die Alten verstehen die Jungen nicht mehr, die Jungen ...

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Theater heute Februar 2006
Rubrik: Chronik, Seite 42
von Wolfgang Kralicek

Vergriffen
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