Geschichte wiederholt sich doch
des dichters dichtung ist abbildung und revision des verfahrens leben zugleich.» Diese Beschreibung des dichterischen Verfahrens von Fritz Kater wird hier von ihm in einem «buch» angewandt, das sich aus fünf Büchern zusammensetzt und über die Bestandteile des Lebens erzählt, wie die Heimsuchung durch Sorge und Krankheit, den Unterschied zwischen Utopie und Fantasie und den Zusammenhang von Liebe und Tod.
Die fünf unterschiedlichen, lose verbundenen Teile sind dennoch nur scheinbar heterogene Elemente und greifen zumindest in einigen Passagen auf Themen und Motive früherer Werke Fritz Katers zurück. In seinen Theatertexten gibt es immer Figuren, die zu leben versuchen und sich dabei vor allem selbst im Wege stehen; die auf Umwegen oder Abwegen gelandet sind und dennoch eine unglaubliche Vitalität behaupten, selbst im Sterben. Sie ecken an, meist nicht aus ideologischer Ablehnung oder politischem Wollen heraus, sondern weil ihnen die Wände zu eng sind, um darin ihr Leben zu verbringen.
Ein solcher Charakter ist Ernst, Wissenschaftler und Spion. Der Prolog zeigt ihn im Diskurs mit anderen Wissenschafts-Experten, in «münchen oder arizona», in einer Welt der Vergangenheit, die zwischen ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 184
von Carmen Wolfram
TH Wir sitzen hier am Ende einer erfolgreichen Spielzeit, Ihrer ersten am Gorki Theater. Ihr Vorgänger Armin Petras hatte hier ein allseits geschätztes, sehr interessantes Theater gemacht, dass Sie sehr kurzfristig übernommen und gründlich umgekrempelt haben. Stadttheater sind ja eigentlich recht beharrliche Betriebe – wie geht das?
Shermin Langhoff Bei mir vor...
Anja Hilling ist eine Poetin. Und in Zeiten, in denen dramatische Literatur als unzeitgemäß gilt, sollte man das zunächst einmal unterstreichen. Hillings Dichtkunst bemerkt die Leserin oder der Leser schon, wenn sie oder er nur die Besetzungsanweisungen, Orts- oder Zeitangaben ihrer Stücke liest. Sachte, aber dennoch pointiert und stets entschieden lyrisch umreißt...
In letzter Zeit wird wieder verstärkt übers Theater gestritten, vor allem über seine Zukunft. Wie soll sie aussehen? Die Stadttheater bewahren? Eine zweite Säule aus Projektförderung daneben stellen? Mehr Produktionshäuser gründen? Und wie geht es überhaupt mit dem Ensemble- und Repertoirebetrieb weiter? Übernimmt der Apparat die Kunst? Das sind alles berechtigte...
