Reale Utopien
In letzter Zeit wird wieder verstärkt übers Theater gestritten, vor allem über seine Zukunft. Wie soll sie aussehen? Die Stadttheater bewahren? Eine zweite Säule aus Projektförderung daneben stellen? Mehr Produktionshäuser gründen? Und wie geht es überhaupt mit dem Ensemble- und Repertoirebetrieb weiter? Übernimmt der Apparat die Kunst? Das sind alles berechtigte Fragen, aber sie kommen immer von der praktisch-pragmatischen Seite. Sie werden diktiert von Produktionsbedingungen, Eigenfinanzierungsanteilen, Budgetdeckeln, kommunalen Finanzen etc.
Wir meinen: Wer zu praktisch denkt, schränkt sich von vornherein ein. Das Interesse der Künstler müsste doch erst einmal sein, von ihren Bedürfnissen auszugehen.
Deshalb fragen wir aus Sicht der Kunst: Wie sähe denn, wenn wir alle praktisch-pragmatischen Probleme einmal beiseite lassen, ein ideales Theater aus? Ohne Rücksicht auf Realisierbarkeit, einzig aus der Sicht der künstlerischen Wünsche? Mein ideales Theater – eine reale Utopie!
Antworten in diesem Jahrbuch von Björn Bicker, Robert Borgmann, Ruedi Häusermann, Karin Henkel, Fabian Hinrichs, Bettina Hoppe, Stefan Kaegi, Alexander Karschnia, Susanne Kennedy, Stephan Kimmig, Sylvana ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 4
von
Sich eine Welt auszumalen, in der das Realitätsprinzip abgeschafft ist, praktische Umstände keine Rolle spielen und der Wunsch nur darauf wartet, seine Erfüllung zu finden, das hat wenig mit der Art und Weise zu tun, mit der ich mich durchs Leben bewege. Deswegen entspricht es meinem Bild des idealen Theaters und meinem Selbstverständnis, dass die Künstlerische...
Die ukrainische Revolution und die russische Annektion der Krim haben erneut die Frage nach den Grenzen und Werten Europas gestellt.
Der Essayist und Schriftsteller Stephan Wackwitz, der seit 2011 das Goethe-Institut
in der georgischen Hauptstadt Tiflis leitet, erkundet sein Kiewer «Europagefühl» und erforscht politische Phantasmagorien des Ostens wie des Westens.
Im ersten Spielzeitbuch zu Beginn seiner Intendanz 2010 in München ist ein Foto abgedruckt. Es zeigt Johan Simons, der die Maximilianstraße überquert. 45 Jahre früher hat er, Johan Simons, zum ersten Mal die Maximilianstraße überquert. 1965 war das. Johan war gerade mit dem Bus angekommen, stand auf der Maximilianstraße und schaute Richtung Kammerspiele.
Es gab...
