Es blitzt und spukt im dunklen Wald
In seiner zweiten Inszenierung als neuer Intendant des Schauspiels Stuttgart zeigt sich Armin Petras als hinterlistiger Verführer. Er lockt sein Publikum, das noch gar nicht so richtig weiß, was es nun eigentlich von ihm zu halten hat, mit einem doch irgendwie harmlosen Märchen-Werk des hoch verehrten schwäbischen Haus-Dichters Wilhelm Hauff aufs scheinbar sichere Unterhaltungsparkett – und lässt es dann heftig ausrutschen.
Schlägt ihm eine bunte und unheimlich heimatliche Revue um Ohren und Augen und entlässt es schließlich abgekämpft und verwirrt, erheitert und um ein wundersames Theater-Versprechen reicher: So soll’s ab jetzt hier auf der Bühne zugehen, überraschend und verquer, drunter und drüber, abenteuerlich und ohne Not vom Harmlosen ins Aufregende kippend.
Was Petras mit einem wundervoll spielfreudigen Ensemble da aus dem verstaubten Vorlese-Klassiker gemacht hat, ist schon toll, auch wenn man nicht unbedingt alles so spaßig finden muss, wie es da ziemlich atemlos zelebriert wird. Petras wischt die Grenzen zwischen Gestern und Heute, Sage und Wirklichkeit einfach weg, erzählt die Geschichte vom Kohlenmunk, der sein Herz und seine wahre Empfindung gegen ...
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Theater heute April 2014
Rubrik: Stuttgart, Seite 60
von Bernd Noack
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