Die Strenge des Faktischen

Zum Tod von Fritz Marquardt

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Wenn er einen ansah, unter seinen buschigen, kühn gewölbten Augenbrauen hindurch, fühlte man sich ertappt. Fritz Marquardt Aug in Auge standzuhalten, dem gar nicht großgewachsenen Mann, war nicht einfach. Weil man ihm ein reiches, so großes wie bescheidenes Leben mit all seinen Umbrüchen, Widersprüchen, Herausforderungen ansah – er versteckte es nicht, ihm war nichts vorzumachen. Harte körperliche Arbeit hatte der Theatermann Marquardt nie gescheut, Glanz und Ruhm blieben für ihn Nebensache.

Widerspenstig, eigensinnig, stur spürte er menschlichen Schicksalen nach – auch mit überlegener Heiterkeit. Fritz Marquardt wusste, dass nur mit einem gerüttelt Maß an innerer Freiheit der Wahrheit näherzukommen oder wenigstens doch ein Zipfel von ihr zu erhaschen ist. «Das Komische bei Hegel» beschäftigte ihn ein Leben lang, zum ersten Mal als Student bei dem legendären Philoso­phen Wolfgang Heiseg an der Berliner Humboldt-Universität, 1953.

Da hatte Marquardt, am 15. Juli 1928 in Warthebruch in der Neumark geboren, schon ein Leben voller Abstürze und Neuanfänge hinter sich. Anderthalb Jahre Kriegsgefangenschaft in einem sibirischen Lager, schnell wechselnde Tätigkeiten als Landarbeiter, ...

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Theater heute April 2014
Rubrik: Magazin Nachruf, Seite 71
von Christoph Funke

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