Provinzscharmützel
Schleswig ist eine kleine Stadt. Knapp 24.000 Einwohner, je eine halbe Stunde nach Kiel und Flensburg, es gibt eine hübsche Altstadt, es gibt die reizvolle Landschaft der Schlei. Und es gibt ein klassizistisches Theatergebäude, das Haupthaus des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters. Das bundesweit größte Landestheater hat drei feste Standorte, neben der Bühne in Schleswig (wo Intendanz, Verwaltung und die eine Hälfte des Schauspielensembles sitzen) existieren noch Häuser in Flensburg (Musiktheater) und in Rendsburg (zuständig für die andere Hälfte des Schauspiels).
Bespielt wird ganz Schleswig-Holstein mit Ausnahme von Kiel und Lübeck: Das Schleswig-Holsteinische Landestheater stellt so die theatrale Grundversorgung für knapp zweieinhalb Millionen Einwohner sicher, indem es «Reigen», «Sommernachtstraum» und «Tschick» von Neumünster über Meldorf nach Husum und zurück wandern lässt.
2011 aber schloss das Bauamt das Theater in Schleswig. Das Haus steht auf einem Sumpfgelände direkt an der Schlei und sei angeblich einsturzgefährdet. Eine Sanierung wäre deutlich teurer als ein Neubau, weswegen am Stadtrand ein neues Theater für insgesamt 14 Millionen Euro hätte gebaut werden sollen; ...
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Theater heute April 2014
Rubrik: Magazin Kulturpolitik, Seite 67
von Falk Schreiber
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