Ein gutes Gefühl

Annette Paulmann und Paul Herwig als Lämmchen und Pinneberg in Luk Percevals Langzeit-Moritat «Kleiner Mann – was nun?» nach Hans Fallada an den Münchner Kammerspielen sind das Paar der Saison. Von Silvia Stammen

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Eigentlich war es ein Kamikaze-Unternehmen – und wurde das Theaterwunder des letzten Sommers: Ein vier Stunden langer Abend über die Liebe in bedrängten Umständen, die gegen alle Erwartung und Erfahrung nicht scheitert, weil beide Beteiligten, der (bald schon abgebaute) Herrenmodenverkäufer Johannes Pinneberg und die Näherin Emma Mörschel, genannt Lämmchen, einfach keinen Deut voneinander abrücken und alles äußere Unheil, Arbeitslosigkeit, Not und Erniedrigung einfach am Schutzschild ihrer Gemeinsamkeit abprallen lassen.

Und das ganz schlicht und ergreifend gespielt und erzählt von zwei wunderbar geradlinigen und in ihren Rollen aufeinander eingeschworenen Schauspielern: Annette Paulmann und Paul Herwig.

Zunächst hatten sich beide gewundert, warum sie hier überhaupt besetzt worden waren. Regisseur Luk Perceval, der selbst die Bühnen­fassung nach Hans Falladas Roman «Kleiner Mann – was nun?» entwickelt und sich mit der Inszenierung an den Münchner Kammerspielen einen lang gehegten Wunsch erfüllt hat, wusste es umso besser. Zwar sind Pinneberg und Lämmchen im Roman beide Anfang zwanzig, wenn sie sich Hals über Kopf in die Jagd nach dem Glück und ins Berlin der rasanten 20er Jahre ...

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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die Spieler des Jahres, Seite 104
von Silvia Stammen

Vergriffen
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