Dass es so weitergeht
Die Ausgangssituation des Stückes «Tod und Auferstehung der Welt meiner Eltern in mir» von Nis-Momme Stockmann wird vom Autor charakterisiert durch eine Farbe, die eigentlich eine Nicht-Farbe ist: grau. Grau wie ein Gesicht, aus dem die Farben schwinden, grau wie die graue Maus, die ein Sinnbild für die Unscheinbarkeit ist, oder wie die graue Eminenz, der etwas Unheimliches anhaftet, weil sie daran erinnert, dass das Grau und das Grauen eng verwandt sind.
Eine auf den ersten Blick gänzlich undramatische Farbe, die vor allem dann gefährlich wirkt, wenn in ihr die Drohung entindividualisierender Auflösung in Massenkörpern Gestalt gewinnt. Selbst Kinder können so das Heer der grauen Männer in «Momo» und die mit ihnen verbundene Gefahr intuitiv verstehen.
Aus dem allgemeinen Grau in Grau des Anfangstableaus löst sich in diesem Stück «ein kleiner sich bewegender Fleck von dunklerem Grau: Ein Mann». So tritt eine Person ins Bild, die in diesem Moment, da wir noch nichts von ihr wissen, als ein grauer Fleck in einer grauen Umgebung zwischen Unscheinbarkeit und Unheimlichkeit oszilliert. Dass wir uns nach solcher Ouvertüre von diesem Held nicht abwenden, sondern im Gegenteil sehr schnell ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 196
von Josef Mackert
Pas ça!» Mit einer Handbewegung wischt John Porto alles fort. Malt das Geschehen schwarz. Die sieben Revueengel, seiner Willkür ausgeliefert, nennen ihn ehrfurchtsvoll Papa, weil er sie aus dem Dunkel ans Licht holt und sie mit seiner Auslöschformel wieder dahin verbannt. Zurück ins blinde Geschehen. Im Papa hallt das «Pas ça!» nach, aber Papa ist auch eine...
Theater heuteHerr Rühle, was missfällt Ihnen so vehement am zeitgenössischen deutschsprachigen Theater?
Günter RühleBei den augenblicklichen Entwicklungen am Theater geht es nicht um Missfallen, sondern um die Veränderungen, die wir Theaterbesucher mit unseren Erlebnissen und mit unseren Vorstellungen von Kunst und der Funktion von Theater in Verbindung bringen....
Es war einmal ... im Herzen der ökonomischen Welt, im Herzen Amerikas, Texas, da gab es einmal ein Unternehmen» – so beginnt das Märchen von einem, der auszieht, ein König zu werden. Und er zieht aus, er wird ein König, und er wird wahnwitzig reich, und dann kommen die Neider und nehmen ihm alles wieder weg und werfen ihn in den Kerker bis an sein Lebensende. Aber...
