Ein ganz anderes Arbeiten
Bernd NoackHerr Zehelein, Sie engagieren sich als Präsident des Deutschen Bühnenvereins sehr für die Landesbühnen. Was fasziniert Sie denn so besonders daran?
Klaus ZeheleinLandesbühnen sind keine Wandertheater, die Gastspiele absolvieren, sondern sie sind Theater für jene Regionen, die nicht über feststehende Theater verfügen. Im Gegensatz zu den Tournee-Theatern arbeiten sie kontinuierlich in den von ihnen bespielten Gemeinden und Städten. Diese kulturelle und künstlerische Kontinuität ist es, die die Landesbühnen auszeichnet und unverzichtbar macht.
Es geht ihnen weniger darum, flächendeckend Kultur zu produzieren, als vielmehr ihren Sinn in der Entwicklung regional und inhaltlich bezogener, bewusster Entscheidungen zu begreifen. Zum Beispiel widmen die Landesbühnen über ein Drittel ihres Engagements Kindern und Jugendlichen. Ich weiß, dass viele an den Landesbühnen Arbeitenden ihr künstlerisches und gesellschaftliches Engagement als etwas Selbstverständliches erachten.
NoackDas klingt alles so positiv, dass man Angst hat zu fragen, ob da nicht doch irgendwo ein Haken ist ...
ZeheleinVorenthalten werden sollen nicht die Umstände, die Bedingungen, unter welchen diese Arbeit ...
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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Fahrendes Volk, Seite 13
von Bernd Noack
Nur knapp entging New Orleans dem Schicksal von Atlantis, als vor beinahe sechs Jahren die Dämme brachen und die Flut von Hurricane Katrina die Stadt in den Mississippisümpfen überschwemmte. Bilder von im Superdome zusammengepferchten und im Schlammwasser ertrinkenden Menschen flackerten über Bildschirme gemeinsam mit Nachrichten über den kompletten Zusammenbruch...
Die Raffgier der Menschen ist zeitlos. Vielleicht spricht man in unseren Tagen mit anderen und komplizierter klingenden Worten über Aktien, Dividenden, Kurse und Erträge, die Sucht nach Gewinnen, Mitnahmen und Rücklagen ist aber ebenso rücksichtslos, zerstörerisch und entlarvend wie zu Zeiten Carl Sternheims, der mit seinem Lustspiel «Die Kassette» 1911 das geniale...
Ein bisschen fühlt man sich an den Film «The Truman Show» erinnert, wenn man mit seinen Kopfhörern die Konferenzhalle betritt und plötzlich auf Kanal 8 des «Radios der Untoten» letzte Regieanweisungen vor der Performance hört: «Zuschauer sind drin, Licht aus und Start». Denn vor die lebenden Toten und die Übergänge zwischen Leben und Tod haben die Macher des...
