Die Kinder mögen es
Der «Räuber Hotzenplotz» ist immer noch die perfekte Kindergeschichte. Zwar verweisen gestohlene Kaffeemühlen, vertauschte Mützen und strafweises Kartoffelschälen heutzutage nur noch bei den Allerkleinsten auf die wirklichen Abgründe des Lebens.
Aber die Mischung des Identifikationspersonals und ihrer entsprechenden Prinzipien lässt auch Grundschulkindern nichts zu wünschen übrig: der Gesetzesbrecher (Hotzenplotz), die zu verteidigende Versorgungsinstanz (Großmutter), das schlaue Anführerkind (Kasperl) und der treuherzige Mitmacher (Seppl), die scheinbar unüberwindliche Erwachsenen-Infamie (Zauberer Zwackelbart), die Nutzlosigkeit staatlicher Hilfe (Dimpfelmoser), die skurrile Unberechenbarkeit heiratswilliger Nachbarinnen (Witwe Schlotterbeck) und natürlich das Wunderbare einer echten, hilfreichen Fee (Amaryllis), die aber erst befreit werden muss.
Ja, auch 45 Jahre nach dem Erst-Erscheinen des Buches von Otfried Preußler erfüllt der «Räuber Hotzenplotz» noch immer seine systemstabilisierende Funktion, im Dienste der Ordnung Schlauheit gegen Schlendrian zu mobilisieren. Die jüngste, überaus kostümfreudige Verfilmung des Stoffes von Gernot Roll mit Rufus Beck, Christiane ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Quizfrage: Auf welchen Mythos aus der griechischen Sagenwelt bezieht sich das Theaterstück «Das Haus des Richters»? Der bulgarisch-österreichische Autor Dimitré Dinev erzählt in dem Drama eine alte Geschichte neu. Ein Richter (Michael König), offenbar ein reicher und mächtiger Mann, gibt bei einem ausländischen «Meister» (Martin Reinke), offenbar ein begnadeter...
Patricia Benecke«pool (no water)» kam gerade in Zürich zur deutschsprachigen Erstaufführung. Uraufgeführt wurde es aber von der britischen Theatertruppe Frantic Assembly. Wie kam es zu dem Stück?
Mark RavenhillEs war eine Auftragsarbeit für Frantic Assembly. Wir haben uns über die Jahre kennengelernt und fingen irgendwann an, über ein gemeinsames Projekt zu...
Prix Olympic
Nein, da irrt Peter Zadek. Nachdem er nicht zur Verleihung des «Europäischen Theaterpreises» nach Thessaloniki gekommen war, wurde ihm das Preisgeld von respektablen 30.000 Euro schlicht gestrichen. Die anwesenden Gremien-Granden der «Internationalen Vereinigung der Theaterkritiker», angeführt von Georges Banu, wollten es so. Zadek teilte...
