Der Tod und das Pärchen
Uff, dieser Weihnachtsrummel. Schwer bepackt kommt die hochschwangere Frau zum Treffpunkt im Restaurant, während ihr Mann schon mal am Whisky nippt. Erschöpft lässt sie sich nieder. «Ich liebe es», sagt sie und lächelt ihr sybillinisches Lächeln, das sie an diesem denkwürdigen Abend noch öfter lächeln wird. Sie hat ihr Handy nicht dabei; der Mann kann seines nicht finden. Die Frau hilft suchen. Ach, da ist es ja! Muss sich im Futter der Jacke verfangen haben. Jetzt fällt es hin und ist kaputt. Die Frau kann nicht mehr nachsehen, mit wem ihr Mann zuletzt telefoniert hat.
«Mach doch keine griechische Tragödie draus», meint der Mann.
Der Zuschauer ist also gewarnt. Nach und nach, just wie in einer solchen Tragödie, kommt die Wahrheit ans Licht. Die Person, mit der der Mann zuletzt telefoniert hat («Das ist jetzt peinlich für dich», meint er), ist die Schwester der Frau. Seit sechs Jahren hat er ein Verhältnis mit ihr. Die Frau hat die beiden während ihres Einkaufsbummels gesehen. Der Mann versucht sich wortreich zu erklären. Der Ehebrecher, das sei nur ein Teil von ihm. Der andere Teil sei nach wie vor der liebende, fürsorgliche Familienvater. Je mehr er redet, desto peinlicher ...
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