Aus der Welt gefallen
Die Angst, aus dem Zusammenhang zu fallen, plötzlich in der Luft zu hängen, fremd im eigenen Leben, ist wohl eines der am besten verdrängten und doch mächtigsten Traumata unserer hypervernetzten Gesellschaft. Wie besessen klammern wir uns an die Fetische der totalen Kommunikation, wollen ständig online und erreichbar sein, doch hinter all dem lauert die latente Furcht, aus dem Netz zu fallen, zurückgeworfen zu sein auf die eigene schmächtige Existenz jenseits sozialer Auffangsysteme wie Familie, Beruf oder Freundeskreis.
Das Gegenteil davon wäre der totale Rückzug von der Außenwelt, der Vollzug des Ausschlusses in vorauseilendem Gehorsam sozusagen. Im Japanischen gibt es sogar ein Wort dafür: «Hikikomori» bedeutet sich einschließen, sich zurückziehen und bezeichnet gleichzeitig Menschen, die über einen längeren Zeitraum hinweg den Kontakt zur Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren. Offiziell spricht das japanische Gesundheitsministerium von 50.000 Fällen, die Dunkelziffer dürfte beim Zehn- bis Zwanzigfachen liegen.
Auch wenn es hierzulande noch keinen offiziellen Namen für diese Einsiedler der Neuzeit gibt, im neuen deutschen Drama erfreuen sie sich als Repräsentanten ...
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