Schwindel erregend
Man lebt frei und ungezwungen», sagt einer der «Hochstapler», ohne die Fesseln bürgerlichen Rechts und die Behinderung durch Rechtschaffenheit. Jeder der vier wegen Betrugs verurteilten Männer, die Alexander Adolph, nachdem er sich mit ihren Anwälten getroffen, die Gerichtsakten studiert und das Vertrauen der Männer erworben hat, in langen Sitzungen interviewte, ist ein Fall für sich. Aber ihre kriminelle Energie hat vergleichbare Ursprünge: Mangel schuf den Wunsch nach Überfluss.
Unterlegenheit, Handicaps und Defizite wollten überwunden werden und wurden in absolutes Erfolgsdenken umgemünzt.
Torsten S., 40, hat seine Jugend in DDR-Kinderheim-Kasernen verbracht, bevor er begann, Identitäten wie Kleider zu wechseln und etwa eine ostdeutsche Kleinstadt auf den Kopf zu stellen, indem er sich als NATO-Offizier mit Diplomatenstatus ausgab. Mark Z., 35, führte ein Doppelleben – einerseits als «gelobter und geliebter» (so seine Eltern) braver Alltagsmensch, andererseits als psychologisch raffinierter Verführer, der mit Immobilien-Transaktionen Existenzen ruinierte. Peter G., 60, hatte als Sohn von Zeugen Jehovas eine finstere Kindheit, um später als Scheckbetrüger und Urkundenfälscher ...
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Theater heuteHerr Puhlmann, Sie eröffnen in Stuttgart Ihre Intendanz an der Oper mit dem Regiedebüt eines bisher nur aus dem Schauspiel bekannten Regisseurs, Sebastian Nübling, und Bizets «Carmen». Das ist ohne Zweifel mutig. Was macht Schauspielregisseure für die Oper interessant?
Albrecht PuhlmannDie Entscheidung für diesen Regisseur und die Bühnenbildnerin...
1998, zum 100. Geburtstag Bertolt Brechts, versammelten sich fünf seiner Schüler in der Akademie der Künste in Berlin, um darüber zu reden, wie sie Brecht und die Weigel kennengelernt hatten. Das Thema hatte Egon Monk vorgeschlagen, er inszenierte und lenkte auch das erstaunlich heitere und erheiternde Gespräch. Angelika Hurwicz, 1948 die stumme Kattrin in der...
Ein Mann allein an der Rampe. Kerzengerade und doch locker Stand- und Spielbein wahrend, den rechten Arm angriffslustig in die Hüfte gestemmt, der Schädel rot und stolz erhoben. Das weiße Hemd strahlt durch die Bühnennacht. Dunkle Bläser, satte Streicher aus der «Alpensinfonie» von Richard Strauss tauchen den Puntila von Norman Hacker für Minuten in ein schweres...
