Das Schicksal der Hochmoderne
Am Ende sind die Experten auch nicht schlauer: «Ganz allgemein – es bleibt einfach schwierig», meint einer der drei Herren im Rollkragenpulli, der sich hocheloquent, aber meinungsarm an seiner Tafel abmüht und das Problem mit Schrödingers Katze vergleicht. Ob die gerade schon tot sei, wisse man als Beobachter auch nie. Die andere Fachkraft stottert ein bisschen um Determinismus und Willensfreiheit herum – nichts Genaues weiß man auch hier nicht –, und der Dritte hadert mit der String-Theorie, ebenfalls nur so eine Hypothese. Die Frage, die eigentlich gestellt war, kam von Orest.
Der jüngste Atridenspross wollte ziemlich dringlich wissen, ob er schuldig sei, nachdem er aus Rache für den Vater Mutter Klytaimnestra mit dem Beil erschlagen hat. Karin Beiers Antiken-Großinszenierung zur Eröffnung des Hamburger Schauspielhauses erklärt sich nach fast sieben Stunden Mythen-Theater demonstrativ ratlos. Dabei hätte jeder Hamburger Amtsrichter den Fall locker klären können. Aber dazu später.
Die neue Intendantin am (nach Plätzen) größten deutschen Theater von Rang hat sich mit einem antiken Marathon-Projekt vorgestellt, das einen sehr eigenen Weg durch die blutigen Rache-Landschaften der ...
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Theater heute März 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 4
von Franz Wille
Das erste literarische Genre, das Rebekka Kricheldorf beherrschte, war das Schmähgedicht. «Es lebte einst, ich weiß nicht wo / ein Mensch, der hieß Gorilla-Joe / Er war nicht schön, er war nicht klug / doch Haare hatte er genug / Die hingen tief ihm ins Gesicht / So sah er nie das Sonnenlicht.» Dieses lyrische Frühwerk beispielsweise entstand Mitte der achtziger...
Das Original hieß noch «Meine Bienen. Eine Schneise». In Nürnberg fehlen nun seltsamerweise die Insekten im Titel, summen einem dafür aber, noch bevor die Vorstellung beginnt, aus Lautsprechern fast ein wenig bedrohlich um die Ohren. Ansonsten hat Stefan Otteni das Werk des Österreichers Händl Klaus gegenüber der Uraufführung bei den Salzburger Festspielen 2012...
Eva Behrendt Yael, wir haben uns schon einmal beim Isradrama-Festival 2005 in Tel Aviv getroffen, dort wurde Ihr Stück «Plonter» aufgeführt, das dann in «Theater heute» abgedruckt wurde. Jetzt sind Sie Hausregisseurin hier am Gorki Theater ...
Yael Ronen Oh, dann verdanke ich Ihnen meine Karriere in Deutschland!
EB Na, na. Damals war auch Jens Hillje beim Festival,...
