Das große Nicken

... eint die Zuschauer, denen das Berliner Gorki Theater unter Shermin Langhoff eine warme Nische anbietet. Falk Richter erweitert das Spektrum jetzt mit «Small Town Boy» um die Gay Community. Und Nurkan Erpulat integriert die Workforce mit Gorkis «Kinder der Sonne»

Theater heute - Logo

Das neue Gorki brummt. Jeder einzelne Abend sei ausverkauft, strahlt Chef­dramaturg Jens Hillje. Das Publikum ist um gefühlte zwanzig Jahre verjüngt. Nicht nur an diesem Abend, zweite Vorstellung von Falk Richters «Small Town Boy», mit dem das sehr gezielte Anpeilen von (riesengroßen) Randgruppen, die das Gorki unter Shermin Langhoffs Intendanz seit November konsequent verfolgt, um eine neue Nische erweitert wird: die Gay Community, die sich im schon ewig vom bekennenden Schwulen Wowereit regierten Berlin allzu ausgegrenzt vielleicht doch nicht fühlt.

Denkt die heterosexuelle deutsche Mutter, als die sich die Kritikerin ausnahmsweise zu erkennen geben muss.

Ja, Falk Richters Outing-Abend schreit nach dem persönlichen Outing des Betrachters. Denn ob man Mann oder Frau, homo- oder hetero­sexuell, kinderreich oder -los ist, dürfte eine nicht ganz kleine Rolle spielen, wie angesprochen oder unbehaglich, empört oder begeistert man diesem sehr expliziten und sehr polemischen Abend gegenübersitzt, eingebettet in die vor Zustimmung jubelnde Zielgruppe.

Ein assoziatives Projekt

Vor dem Eisernen geht es auf der Stelle zur Sache: zum Vorspiel. Das ein Nachspiel ist, wie vieles an diesem Abend, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 19
von Barbara Burckhardt

Weitere Beiträge
Pläne der Redaktion · Impressum

Was Mark Russell und Meiyin Wang in ihrem New Yorker Festival «Under the Radar» präsentieren, bleibt nicht mehr lange unterm Radar. Ein Gespräch und die Ent­deckungen von 2014

Ferdinand Schmalz war schon Alsergrunder Bezirksschreiber mit Schwerpunkt auf dem Julius-Tandler-Platz und bloggt unter www.dieschmalzette.at. Auch sein neues Stück hat hohen Fettwert. «am...

Heillose Individualisten

Anton Tschechows «Onkel Wanja» und «Der Kirschgarten» erzählen bekanntlich von Idyllen, die keine mehr sind. Hoffnungen zerplatzen, aus Landgütern werden Grundstücke für Datschen. Von den kritischen Spitzen auf feudale Müßiggänger, aufkommenden Kapitalismus und die rücksichtslose Industriegesellschaft zum Ende des 19. Jahrhunderts ist in Christopher Durangs...

Taumel d’amour

Nein, «Pommerat» ist keine Champagnermarke. Es klingt nur so. Joël Pommerat kommt auch nicht aus Reims, sondern aus Roanne am Zentralmassiv, wo er 1963 geboren wurde. Sec und gelegentlich extra brut sind seine Stücke, und seit einer Weile ist Pommerat auch so was wie eine Marke im hexagonalen Theaterbetrieb. Seine Theatertexte und Inszenierungen zeigen sich...