Das Blau des Himmels
Er muss nichts rechtfertigen. Aber es war Mortier darum zu tun, sich zu erklären, um mit seinem Impuls die ermatteten Kräfte der Bühne energetisch zu laden: in die Zukunft hinein. Der am 9. März 2014 mit 70 Jahren verstorbene Intendant konstatiert in der Einleitung seines Buches «Dramaturgie einer Leidenschaft» eine «Periode der Restauration».
Die Aufbrüche, die Mortier befruchteten, seit er 38-jährig die Monnaie-Oper in Brüssel übernahm und in ein Kunst-Laboratorium verwandelte, waren die Positionen der 60er: Living Theatre, Schaubühne, Brooks Bouffes du Nord, die Cartoucherie der Mnouchkine, später das postdramatische Theater. Chéreau und Grüber standen ihm in ihrem Querdenken nahe. Peter Sellars und Alain Platel führten bei ihm Stücke in die Sperrbezirke des Sozialen, in Hanekes Pariser «Don Giovanni» brannte das Fegefeuer der Eitelkeiten in einem Konzern-Tower.
Mortier setzte sich, so schreibt er, dem Vorwurf aus, als Opernchef Regisseure des Schauspiels bevorzugt zu haben – von Chéreau bis Marthaler. Zu seiner Basis gehörten aber auch Rolf Liebermann und Christoph von Dohnányi in Hamburg und Frankfurt; ebenso seine Lehrjahre an der Rheinoper in Düsseldorf, die er als Student ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2014
Rubrik: Buch, Seite 69
von Andreas Wilink
Wie schreibt man mit zwei Menschen eine ganze Welt? Es dürfen auch drei oder vier sein, aber selten mehr als ein Dutzend. Es muss auch nicht immer gleich die ganze Welt sein, aber doch wenigstens ein wichtiger Teil davon, ein bedeutendes Problem, ein entscheidender Konflikt, eine aufschlussreiche Situation. Auf jeden Fall deutlich mehr als das Privatproblem von...
Mein Pass weist mich aus als Bürgerin des Königreichs Ros-u, das bezeichnenderweise ein über seine Nabelschnur tief im Erdreich verwurzeltes Ferkel in seinem Wappen trägt. Die armen Bewohner huldigen einem archaischen Fruchtbarkeitskult, Anhänger anderer Religionen werden diskriminiert und verfolgt. Vermutlich alles Gründe dafür, dass ich, 54, weiblich, meine...
Berlin,
Ballhaus Naunynstraße
7. Abdel-Maksoud, Kings (U)
Regie Nora Abdel-Maksoud
Berlin, SophiensÆle
16.–18. Morris, Feminine Fun Studies
Regie Chuck Morris
23.–28. Interrobang,
Preenacting Europe
Performance von und mit Till Müller-Klug, Nina Tecklenburg, Lajos Talamonti,
Ekkehard Ehlers
29.–31. Koikate, Ich bin Viele
(Die kleine Meerjungfrau)
Performance von und mit...
