Bücher zum Fest

Hinweise für hartnäckige Theaterleser

Theater heute - Logo

Ein großer Kochtopf...

ist der Kopf des finnischen Filmemachers Aki Kaurismäki.
Peter von Bagh hat er in langen Gesprächen Einblick gewährt: «Kaurismäki
über Kaurismäki

An Verlierern gibt es nichts auszusetzen. Sie sind nur nicht an Geld und Macht interessiert. Sie wollen ein wenig Liebe, Futter für den Hund und etwas zu trinken.» Sagt Aki Kaurismäki über die Helden seiner Filme, die Verlierer. Die für uns alle wie Finnen aussehen.

Hätten wir überhaupt eine genauere Vorstellung von diesem Land an der östlichsten und nördlichsten Grenze Europas, fast so groß wie Deutschland, aber bewohnt von nur fünf Millionen Menschen, gäbe es nicht die Filme von Aki Kaurismäki? Seit Mitte der 80er Jahre hat er seine Landsleute so liebevoll wie unerbittlich genau in ihrer Verlorenheit, ihrer Lakonie, ihrem stillen Lebenshunger und ihrer auch unter kläglichsten Bedingungen unzerstörbaren Würde in seinen Filmen porträtiert.

Seit Andreas Kriegenburg 1997 in Hannover  «I hired a Contract Killer» auf die Bühne brachte, sind Kaurismäkis filmische Vorlagen wie die keines zweiten Filmemachers zu Bühnenstoffen geworden. Stephan Kimmig inszenierte 2004 «Wolken ziehen vorüber» am Deutschen Theater, Dimiter ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Büchermagazin, Seite 26
von

Weitere Beiträge
Faszination und Abscheu

Ein zuschauerfreundliches Theater war Frank Castorfs Sache noch nie. Als sich seine Romanadaption von Curzio Malapartes «Kaputt» nach fünfeinhalb Stunden dem Ende zuneigt, hat das schöne deutsche Wort «Sitzfleisch» einen unangenehm konkreten, ja makabren Beigeschmack erhalten. Auf ihm ist das Publikum Castorf und Malaparte zurück ins Europa des Zweiten Weltkriegs...

Die Mischung macht’s

In Frankfurt gab es im September/Oktober ein großes, gleichwohl weitgehend unbemerktes Projekt. Es war ein weitverzweigtes Gewebe, ein Netz, das von Hanau bis Mainz reichte. Flächenmäßig entspricht das etwa dem Saarland oder auch der Präfektur Tokio, nur dass dort vier Mal so viele Menschen leben wie in der auch nicht gerade menschenleeren Rhein-Main-Region.

Der...

Identitäts- und andere Konstruktionen

Das Melodram ist so etwas wie das verstoßene Kind der Filmgeschichte. Einstmals ganz nah am Herzen, ist es irgendwann in Ungnade gefallen. Heute schämt man sich fast ein bisschen, wenn man an all die Tränen denkt, die man wegen der alten Familiengeschichten vergossen hat.

Wenn in Thiemo Strutzenbergers Stück «Hunde Gottes» das Genre des Melodrams wieder aufgewärmt...