Die Mischung macht’s
In Frankfurt gab es im September/Oktober ein großes, gleichwohl weitgehend unbemerktes Projekt. Es war ein weitverzweigtes Gewebe, ein Netz, das von Hanau bis Mainz reichte. Flächenmäßig entspricht das etwa dem Saarland oder auch der Präfektur Tokio, nur dass dort vier Mal so viele Menschen leben wie in der auch nicht gerade menschenleeren Rhein-Main-Region.
Der Japaner Akira Takayama hatte, wie vor vier Jahren in Tokio, für den Mousonturm diverse Kunstaktionen über die Rhein-Main-Region verstreut.
Zusammengehalten wurden sie allein durch den eher willkürlichen Namen «Evakuieren», einem Willen zu verschärfter Wahrnehmung und vier Bahnlinien (drei Mal S-Bahn, einmal Tram). Es waren vereinzelte performative hidden tracks, ein geheimes Netzwerk für eine immer noch disparate Region. Zum Abschluss versammelte sich auf der Mainspitze, kurz vor Mainz, ein Häuflein Unverdrossener. Sie standen im Schein von etlichen liegenden und einer stehenden Straßenlaterne, eine Lichtinstallation von Nuno Ramos aus Brasilien. Von Ferne, wenn man von Mainz herüberkam, sah es aus wie eine Thingstätte, ein Kreis aus Licht, ein modernes Stonehenge mit einer Druidenversammlung in der Mitte. Es war die letzte ...
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Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Start Mainz, Seite 21
von Peter Michalzik
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Das Melodram ist so etwas wie das verstoßene Kind der Filmgeschichte. Einstmals ganz nah am Herzen, ist es irgendwann in Ungnade gefallen. Heute schämt man sich fast ein bisschen, wenn man an all die Tränen denkt, die man wegen der alten Familiengeschichten vergossen hat.
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Es tut mir so leid! Ich bin schon wieder zu spät.» Mit fast kindlicher Unbeholfenheit sinkt Damian Rebgetz aufs Sofa der «Wohnzimmer»-Bar im Prenzlauer Berg, fünf Minuten nach dem vereinbarten Termin. Unwillkürlich beginnt man zu lächeln, völlig entwaffnet vom plötzlichen Anstieg der sozialen Temperatur. Damian Rebgetz kann jeden Auftritt in einen großen...
