As time goes by
Von 1966 bis 2013: Fritz Kater schlägt in «Buch» (der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei) den ganz großen Nachkriegsbogen von Amerika über die DDR in die Bundesrepublik mit einem Zwischenstopp in der afrikanischen Steppe. Was hält das Leben zusammen oder eben nicht? «5 ingredientes de la vida» verspricht der Untertitel, fünf Bestandteile des Lebens.
Was wären also nach Kater die Zutaten, mit denen man sich die Lebenssuppe würzen oder versalzen kann? Welche Quersumme zieht der emsige Autor nach einem halben Jahrhundert Leben und Schreiben?
Ein besonders schlimmes Gift im Kater-Küchenschrank ist auf jeden Fall alles, was nach Utopie riecht. Den armen Ernst hat diese Droge innerhalb weniger Jahre ruiniert. Eben noch ein zukunftsoptimistischer Naturwissenschaftler, der im erlauchten westlichen Kollegenclub von Bunny-Hostessen umschwärmt an einer gloriosen Menschheitszukunft herumfabuliert, Weltraumeroberung eingeschlossen, liegt sein Leben nur acht Jahr später in Trümmern: Die Frau hat ihn verlassen, die Kinder kommen ins Heim, er selbst ist schwerer Alkoholiker und liegt mit Leberschaden im Krankenhaus. Was Kater allerdings nicht erzählt – und die Auslassungen sind in ...
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Theater heute Juni 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Franz Wille
Der Titel würde auch zu einem Fantasy-Blockbuster oder einem Computerspiel passen, in dem es um archaische Gemetzel und endlose blutige Machtkämpfe geht. Doch diese «Dark Ages» gehören keinen ominösen Cyberwelten und auch keiner sagenhaften Vergangenheit an. Die dunklen Zeiten, die hier zur Debatte stehen, sind Teil unserer eigenen europäischen Realität, Gemetzel...
Guinea Bissau an der afrikanischen Westküste gehört zu den am geringsten entwickelten Ländern weltweit. Wer Bilder von dort mit am Rand des Überlebens hungernden Kindern sieht, dem wird das Herz klamm. Wer daran glaubt, dass gespendete zehn Euro schon einen kleinen Jungen für einen Monat satt machen können, der spendet (frei-)willig. Und fühlt sich danach...
Und sie dreht sich immer noch. Claudia Bauer, ab nächster Spielzeit Hausregisseurin in Leipzig, nutzt bei ihrer Version von Jean Genets selten gespieltem Stück «Splendid’s» ausgiebig die Drehbühne, auf die Andreas Auerbach ein Filmstudio inszeniert hat. Das auf der Hinterbühne versammelte Publikum sitzt also vor einem geschlossenen Kasten aus Sperrholz, in dessen...
