Ingolstadt: Zweifel am Unbehagen

Ingolstadt Stadttheater, Kleines Haus, Ingrid Lausund, «Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner»

Theater heute - Logo

Guinea Bissau an der afrikanischen Westküste gehört zu den am geringsten entwickelten Ländern weltweit. Wer Bilder von dort mit am Rand des Überlebens hungernden Kindern sieht, dem wird das Herz klamm. Wer daran glaubt, dass gespendete zehn Euro schon einen kleinen Jungen für einen Monat satt machen können, der spendet (frei-)willig. Und fühlt sich danach vielleicht sogar ein wenig besser. Die Betroffenheit hat ihn zu einem guten Menschen gemacht.

Nach der Vorstellung von «Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner» stehen – drinnen im Saal ist der Applaus noch nicht richtig verklungen – die fünf Schauspieler an den Ausgangstüren des Kleinen Hauses des Ingolstädter Theaters und halten Sammelbüchsen bereit. Kein Zuschauer entkommt ihnen: Das Geld ist für ein reales Hilfsprojekt in Afrika bestimmt. So wird aus dem hinterhältigen Spaß über den Wohltätigkeitssport in reichen Ländern, den man sich knappe zwei Stunden auf der Bühne machte, segensreicher Ernst. Die Spendenaktion ist fester Bestandteil im Stück von Ingrid Lausund, das Brit Bartkowiak als eine garstige Show wider die Gleichgültigkeit inszeniert hat. 

 

Fünf junge Leute proben den Ablauf einer Charity-Veranstaltung und geraten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2015
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Bernd Noack

Weitere Beiträge
Promiske Künstlerschaft

Er war schon ein saucooler Hund. So cool, dass er sich Sachen traute, die sonst keiner wagte: Zur Autorenfilm-Kompilation «Deutschland im Herbst» (1978) steuerte Rainer Werner Fassbinder einfach einen Auszug aus seinem Leben bei. Man sieht einen dunklen Münchner Wohnungsflur, den nackten Regisseur samt Freund im Streit, beim Frühstück mit Mama ist die...

Dichter Dante und Puppe Pippa

Große Stoffe lesbar erzählen» soll das Kölner Schauspiel, sagt Intendant Stefan Bachmann. Dazu zwei Beispiele des Kölner Erzähltheaters, das mehr sein will als nur Leseförderung. 

Dantes «Göttliche Komödie» ist wahrscheinlich das am häufigsten nicht zu Ende gelesene Buch der Literaturgeschichte. Der erste Teil, die Höllenfahrt des «Inferno», fasziniert alle. Danach...

Impressum

 

Die Theaterzeitschrift
im 56. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter

 

Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Martin Krämer
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Nestorstr. 8–9, 10709 Berlin,
Telefon 030/25 44...