Dichter Dante und Puppe Pippa

Dante Alighieris «Göttliche Komödie» und Gerhart Hauptmanns «Und Pippa tanzt!» im Schauspiel Köln

Theater heute - Logo

Große Stoffe lesbar erzählen» soll das Kölner Schauspiel, sagt Intendant Stefan Bachmann. Dazu zwei Beispiele des Kölner Erzähltheaters, das mehr sein will als nur Leseförderung. 

Dantes «Göttliche Komödie» ist wahrscheinlich das am häufigsten nicht zu Ende gelesene Buch der Literaturgeschichte. Der erste Teil, die Höllenfahrt des «Inferno», fasziniert alle. Danach schwindet das Interesse. Höllenstrafen sind unterhaltsamer als die Mühen der Selbstverbesserung oder die ewigen Freuden der Heiligen. So auch für Sebastian Baumgarten, den Regisseur der Kölner Inszenierung.

 


Nach der Apokalypse

 

Die Kölner «Komödie» beginnt mit der Apokalypse: «Babylon, Babylon ist gefallen» (Offenbarung 14,8). Dante (Guido Lamprecht) kehrt heim aus dem Krieg wie im Computerspiel «Dantes Inferno». Aus welchem Krieg? Darauf kommt es hier nicht an. Eine Projektionsfläche zeigt ein Gemisch von Bildern und Schriftzügen, die sowohl auf den Islamischen Staat als auch auf das antike Rom verweisen. Baumgarten und sein Dramaturg Jens Groß haben Dantes Monumentalwerk noch einen selbsterfundenen Vorspann vorgesetzt, der die mittelalterliche Jenseitsreise in der Gegenwart verankern soll. Dante kehrt als ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Gerhard Preußer

Weitere Beiträge
Spiel mit dem Feuer

Für einen Ort, an dem ein Theater der Superlative entsteht, sieht die Pastorijstraat 23 eher unscheinbar aus. Das Probenzentrum von Jan Fabres Performance-Truppe Troubleyn, benannt nach dem Mädchennamen seiner Mutter Helena, befindet sich im ehemaligen Antwerpener Arbeiterviertel nordöstlich des Hauptbahnhofs. Fabre ist hier um die Ecke aufge­wachsen, als Sohn des...

Premieren im Juni · Hinweise · On Tour · Suchlauf

Aschaffenburg, Stadttheater

10. Sternheim, Der Snob

R. Jürgen Overhoff 

 

Augsburg, Theater

19. Achternbusch, Gust

R. Anton Koelbl und Tjark Bernau

 

Baden-Baden, Theater

19. Goldoni, Der Diener zweier Herren

R. Barry Goldman

 

Basel, Theater

16. Castellucci, The Parthenon Metopes

R. Romeo Castellucci

19. Aufbruch. Die letzten 48 Stunden

R. Petra Barcal


Berlin,...

«These gibt es erst mal keine»

Wolfgang Kralicek Herr Schmidtke, Sie haben bisher hauptsächlich für Festivals gearbeitet, unter anderem waren Sie unter Schauspieldirektorin Marie Zimmermann Dramaturg bei den Wiener Festwochen, Neugründer des Festivals Theaterformen in Hannover und Braunschweig und Programmleiter der Kulturhauptstadt Tallinn 2011. Zuletzt aber waren Sie am Staatstheater tätig,...