Aktion Noteingang
Es ist dieser Aufkleber an der Tür zu dem kleinen, abseits und verwunschen im Grünen am plätschernden Landwehrkanal gelegenen Theater in Eisleben, der einem klar macht, dass mit dieser Idylle irgendwas nicht stimmt. «Aktion Noteingang – Wir bieten Schutz und Information bei rassistischen und fremdenfeindlichen Übergriffen» steht da, und dann tritt man ins Foyer und fragt sich verstört, ob es denn also ein Glück war, dass man es unbeschadet bis hierher geschafft hat.
«Nein», sagt Intendant Ulrich Fischer in der Kantine später nach der Vorstellung eines provozierend betitelten, pädagogisch ein wenig zu wertvollen Stücks über Jugendliche und Rechtsradikalismus, so schlimm sei es in der Lutherstadt nicht. Zumindest nicht so brisant wie an anderen Orten in Sachsen-Anhalt: «In Halberstadt zum Beispiel gehört schon sehr viel mehr Mut dazu, so etwas wie ‹Hallo Nazi› zu spielen. Und gleich nebenan in Sangerhausen, einem ziemlich braunen Nest, würde ich auch nicht unbedingt mit dem Stück gastieren wollen. Aber trotzdem gilt auch hier bei uns: Es ist Gefahr im Verzug.»
Der Aufkleber an der Eingangstür ist also keine hohle Phrase? Naja, der sei noch von einer alten Aktion, die vor Jahren in ...
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Vorhang auf, und das Theater wird erst einmal zum Kino. Eine Filmleinwand verschließt die gesamte Bühnenöffnung. Darauf bremst mit quietschenden Reifen ein weißer Fiat 130, gleich dahinter das Fahrzeug der Eskorte. Maschinengewehrsalven. Schreie. Entsetzen. Wer sich noch regt, wird mit gezielten Schüssen niedergestreckt. Ein Mann wird aus dem Wagen gezerrt, in...
Damals, im Frühjahr 2001, zog sich Bert Neumanns Bühne, eine gereihte Ansammlung von Containern und Planken, entlang der Zuschauertribüne in der Zürcher Schiffbauhalle hin. Jetzt, für die Wiederaufnahme der Castorfschen Bearbeitung und Inszenierung von Alfred Döblins Roman «Berlin Alexanderplatz» in der Volksbühne, hat Neumann die lange Container- und Plankenzeile...
Im Jahr 1968 veranstaltet eine Gruppe von Studenten einen Stafettenlauf vom Theodor-Heuss-Platz, dem Sitz der damals frisch gegründeten Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin, zum Rathaus Schöneberg. Mit einer roten Fahne in der Rechten reklamieren sie an Autos und Passanten vorbei hintereinander weg den Stadtraum. Inszeniert hatte diese Aktion der Filmer Gerd...
