Italienische Riesen
Vorhang auf, und das Theater wird erst einmal zum Kino. Eine Filmleinwand verschließt die gesamte Bühnenöffnung. Darauf bremst mit quietschenden Reifen ein weißer Fiat 130, gleich dahinter das Fahrzeug der Eskorte. Maschinengewehrsalven. Schreie. Entsetzen. Wer sich noch regt, wird mit gezielten Schüssen niedergestreckt. Ein Mann wird aus dem Wagen gezerrt, in einen anderen verfrachtet, weggefahren. Nach wenigen Minuten ist alles vorbei: Keine Szene aus dem «Bourne Ultimatum», sondern die Rekonstruktion von Wirklichkeit.
In seinem Film «Piazza delle cinque lune» (2002/3) hat Renzo Martinelli den Überfall der Roten Brigaden auf Aldo Moro wie einen fiktionalen Politthriller nachgestellt. Den leicht angestaubten Fernsehritualen der 70er Jahre – die italienische Tagesschau TG1 in schwarz-weiß mit Live-Schaltung zum Ort des Hinterhalts – folgt ein Filmfragment aus dem «Volksgefängnis»: Moro beim Fotoshooting der Terroristen, bei dem das Porträt mit der vorgehaltenen «Repubblica» entsteht, das uns als mehrfach gebrochener Projektionsrahmen in die durch Lichtwechsel hergestellte Sphäre des Theatralen begleiten wird. Hinter dem Gazeschirm, der Distanz schafft wie ein Bildschirm, rückt ein ...
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Theater heuteHallo, hier ist Eva Behrendt von «Theater heute» …
Bernhard Schodrowski«Theater heute»! Ich warte seit drei Jahren darauf, dass Sie anrufen! Obwohl ich zugeben muss: Das letzte Mal, dass ich Ihre Zeitschrift gekauft habe, war, als das Interview mit Harald Schmidt drin war.
THIch bin schon gerührt, dass die Berliner Polizei überhaupt «Theater heute»...
