Die Politik wird ideologisch

Das russische Theater ist im Aufbruch – und gerät immer stärker unter konservativen Druck. Auch aus den eigenen Reihen

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Über Russlands Kunst ist Grauenvolles hereingebrochen – die Regierung hat 2014 zum «Jahr der Kultur» erklärt. Noch Schrecklicheres widerfährt gerade dem russischen Theater: Die «Vertikale der Macht» beginnt, Interesse an ihm zu entwickeln sowie – Herr im Himmel, ist es ein Traum? – das Staatsfernsehen. Vor kurzem noch regierte im Theater politische und ästhetische Freiheit, einfach deshalb, weil es der Macht absolut marginal erschien. Das heimische Fernsehen schenkte Theaterregisseuren bisher so viel Aufmerksamkeit wie Freizeitgruppen, die sich mit Makramee befassen.

Plötzlich aber erinnert man sich gleich auf mehreren Fernsehkanälen der bescheidenen Diener der Melpomene. Der verhasste Solosänger des Putin-Regimes, Dmitrij Kissiljew, hat dem Theater in seinen «Westi nedelij» (Nachrichten der Woche), der wichtigsten analytischen Wochensendung unseres Hauptkanals «Rossija» (Russland), gleich mehrere
Beiträge gewidmet. Nach Berichten über schreckliche Aufrührer von Bandera-Format* und antirussische Ausfälle des Westens erklärte er den Zuschauern die Schädlichkeit des «experimentellen Theaters», unerträglich in der Form und gefährlich im Inhalt. Darüber, wie schädlich das ...

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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Ausland, Seite 4
von Marina Davydova

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