Wildmöwe, 2. Teil

Roland Schimmelpfennig «Besuch bei dem Vater»

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Die Deutschen sind fortpflanzungsunwillig – eine bekannte Diagnose. Roland Schimmelpfennig bietet eine originelle Erklärung dafür: Schuld sind die fortpflanzungsfreudigen Altväter. Die penetrante Präpotenz der Älteren erstickt die Fähigkeit der Jüngeren, das Leben weiterzugeben.

Schimmelpfennig konstruiert sich einen nicht unwahrscheinlichen Fall: Ein mittelalter Mann zeugt mit einer flüchtigen Bekanntschaft einen Sohn, von dessen Existenz er nichts erfährt.

Die Mutter erzählt dem Sohn, der Vater sei gestorben und stirbt selbst nach zwanzig Jahren an Krebs, nicht ohne ihrem Sohn das Geheimnis seiner Herkunft zu enthüllen und ihm die Adresse des Vaters zu geben. Damit ist die dramatische Situation etabliert: Heimkehr des unbekannten Sohnes, Konfrontation von Vater und Sohn am Kreuzweg. 

Schimmelpfennig lässt den «Fremdling mit Anspruch auf Nähe» in einen Hühnerhof platzen, der von einem ergrauten Hahn beherrscht wird. Es ist ein mecklenburgisches Landhaus, auf dem ein pensionierter deutscher Anglist mit seiner sechzigjährigen Frau, ihrer beider Tochter, einer Tochter der Frau aus ers­ter Ehe und einer Nichte lebt, außerdem kommen gerade eine alte Bekannte und ihre Tochter zu Besuch. ...

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Theater heute Juli 2007
Rubrik: Chronik, Seite 46
von Gerhard Preusser

Vergriffen
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