Wenn die Bilder auseinanderfliegen

Ein Gespräch mit Marianna Salzmann über die Selbstdefinition durchs Äußere, die Krankheit Familie, die deutsche Weihnacht und ihr Stück «Wir Zöpfe»

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Marianna Salzmann hat die Nachtschicht noch vor sich. Wir treffen uns am Nachmittag um vier, in einer Bar in der Nähe des Deutschen Theaters. Hinter ihr liegen vier Schreibwochen. Diese Blocks gibt ihr die Leitung des Gorki Theaters als Auszeit von ihrer Tätigkeit als Leiterin des Studios, der Nebenspielstätte des Gorki, aus der Marianna einen Ort der kollektiven politischen Selbstvergewisserung unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Klasse machen will. Sie ist auch Hausautorin am Gorki Theater, wo ihr Stück «Wir Zöpfe» auf der großen Bühne im Dezember uraufgeführt wird.

Heute wird sie die ganze Nacht im Gorki Theater verbringen, als Ansprechpartnerin für die zehn Geflüchteten aus der geräumten Gerhart-Hauptmann-Schule, die hier einen temporären Zufluchtsort gefunden haben. Eine Aktion des Theaters ohne jede Pressekonferenz: «Da waren Menschen auf die Straße gesetzt worden, und es ist kalt draußen.» Marianna Salzmann begreift sich als politischer Mensch. Im letzten Jahr war sie mit einem Schreibstipendium in Istanbul, wo sie auch an den Gezi-Park-Protesten teilnahm. Und dort, in der Türkei, ist die «Weihnachtskomödie» entstanden, über die wir sprechen wollen.

Barbara Burckhardt ...

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Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Akteure, Seite 52
von Barbara Burckhardt

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