Webfehler der Schöpfung

Das Zürcher Schauspiel besinnt sich aufs Wesentliche: Schöpfungsgeschichte, Generationenkonflikt und die Regeln des Marktes. Inszenierungen von Stefan Bachmann, Barbara Frey und Sebastian Baumgarten

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Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.» So beginnt die Genesis, das erste Buch Moses, das erste Buch des Alten Testaments. Eine Schöpfungsgeschichte, die allererste Fragen klärt und ein paar grundsätzliche Herrschaftsverhältnisse gleich dazu. Hier gibt es nur einen Gott mit dem Anspruch auf Legitimität, nicht viele, die nebeneinander wirtschaften wie bei den in dieser Beziehung wesentlich toleranteren Ägyptern und Griechen. Das sollte später noch für viel Ärger sorgen. Außerdem hat der Mensch diesem Gott Untertan zu sein, alles andere sei Sünde.

Das sollte für noch mehr Ärger sorgen. Bald war auch eine Frau im Spiel und ein «Baum der Erkenntnis von Gut und Böse». Wieder mehr Ärger. Schließlich entstehen aus den ersten Menschen Genealogien und Familiengeschichten, die ersten Intrigen, Rivalitäten, bald Mord und Totschlag. Ärger ohne Ende.

Mit jedem Baustein seiner Schöpfung hat Gott, der Allmächtige, seiner Erfindung Mensch das Leben schwerer gemacht. Zwischendurch muss der Alte Herr darüber sehr verdrossen gewesen sein, denn in gewissen Abständen war er um einen Neuanfang bemüht. Die Sintflut hat alle bis auf Noah und die Seinen ersäuft; in Babel, Sodom oder Gomorra mussten Feuer ...

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Theater heute November 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 36
von Franz Wille

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