Klammergriffe und Kabbeleien

Deutsches Theater Berlin: Marianna Salzmann «Muttersprache Mameloschn» (U)

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«Warum nimmt ein Jude keine Schmerzmittel? – Weil der Schmerz dann aufhört.» Sollte man ruhig öfter probieren: Zum Auftakt eines Theaterabends ein paar Witze erzählen, so wie Natalia Belitski in der Box des Deutschen Theaters. Das lockert auf und wärmt an. Und verspricht im Fall von Marianna Salzmanns «Muttersprache Mameloschn» obendrein etwas, das auch gehalten wird: Auch wenn es weh tut – es wird klug und unterhaltsam sein.

Tatsächlich hat die 1985 in Wolgograd geborene Autorin die Schmerzen von drei Frauengenerationen in ihr viertes von inzwischen sechs Theaterstücken gepackt.

Großmutter Lin blickt auf ein bewegtes Leben als hintenrum ausgegrenzte DDR-Vorzeigejüdin und Varietésängerin zurück, die allen antisemitischen Anfeindungen zum Trotz ihr Familienleben ihren «Idealen», näm­lich dem Sozialismus geopfert hat. Ihre Toch­ter Clara nimmt das ihr, der DDR und jüdischer Folklore begreiflicherweise übel und ist umgekehrt ihren beiden Kinder Davie und Rachel eine «jiddische Mame» gewesen, wie sie im Buche steht. Aus diesem Klammergriff befreit sich Rachel gerade: Wie sich ihr Bruder Davie, der im Stück nur als Adressat von E-mails auftaucht, schon zum Kummer von Mutter und ...

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Theater heute November 2012
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Eva Behrendt

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