Unter Vorbehalt
Man stelle sich diese Holzbühne mit ihren Leisten und Paneelen wie eine riesige Puppenkiste vor, der die Decke und zwei Seiten weggerissen wurden; nur eine Wand rechterhand und die Rückwand säumen noch den lichten Parkettboden. Ein verlorenes Ledersofa steht mittendrin und in einiger Entfernung ein Overheadprojektor. Wenn nun eine gigantische Hand in diese Rumpfkiste hineinfassen wollte, um sich eine der Figuren herauszugreifen, so würde sie sie kaum zu fassen kriegen.
So wie mit ihrer Bretterbühne verhält es sich im Grunde mit dieser ganzen «Maria Stuart», die Dusan David Parizek (für Regie und Bühne verantwortlich) für das Schauspiel Hannover entworfen hat. Alles scheint für den Moment klein portioniert, puppenhaft, luftig und überschaubar, aber sobald man näher rückt und das Geschehen fassen will, entzieht es sich auf reizvolle Weise.
Zwei-Mann-Entourage
Da ist zunächst die Einkürzung der Personnage auf lediglich vier Figuren. Den beiden rivalisierenden Königinnen – die schottische Katholikin Maria Stuart, die von ihrer blutsverwandten Gegenspielerin, der Protestantenkönigin Elisabeth I. von England, auf lange Jahre inhaftiert wurde und die nunmehr nach einem ...
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Theater heute April 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Christian Rakow
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