Streng und monströs

Kleist «Penthesilea»

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Zwischen Innen und Außen, Gefühl und Welt: ein Abgrund. Selbstwahr­nehmung und Welterfassung klaffen auseinander. Kleists «Penthesilea» ist das Drama dieses Missverhältnisses. Das Dokument einer hypertrophen Triebbewegung, die sich absolut setzt, eine verzweifelt arrogante Feier der maßlosen Innerlichkeit. An solch stren­ger Monstrosität scheitern alle Bebilderungsversuche, alle Versuche der kritischen Klassikerinszenierung, wie wir sie seit den 70er Jahren kennen.

Der Amazonenstaat als feministische Utopie, das Griechenheer als Heldentrainingslager – so kann man Kleist nur lächerlich machen. Hans-Jürgen Syber­berg und Edith Clever haben 1987 eine andere Richtung gezeigt: «Penthe­silea» als Monodrama, als Solo für eine Sprecherin.

Diesen Weg der Reduktion, des Minimalismus, geht auch die Bochumer Inszenierung Lisa Nielebocks, aber mit analytischer Ironie, ohne priesterliche Attitüde. Mit ihrer vierten Inszenierung am Bochumer Schau­spielhaus hat sie wieder die Dramatisierung eines antiken Stoffes ausgewählt. Von ihrem Ovid-Programm «Liebesbriefe» im Foyer der Kammerspiele, einer Dramatisierung der Heroides-Briefe, schwärmte selbst der Schweizerische Altphilologenverband. Nun ist sie ...

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Theater heute April 2007
Rubrik: Chronik, Seite 40
von Gerhard Preußer

Vergriffen
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