So lange die Gelenke mitmachen

Der Themenschwerpunkt «Alte Schule» auf Kampnagel in Hamburg

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Alte Frauen, zwischen 60 und 90 Jahren. Am Strand, an der Kühltheke, im urbanen Nichtort. Die eine bewegt sich kaum merklich im Stehen, die andere versucht einen Sitzblues, die dritte mosht ex­zessiv, aber alle tanzen. Eun-Me Ahn hat für «Dan­cing Grandmothers» in der koreanischen Provinz recherchiert, das Ergebnis dieser Recherche ist der Mittelteil des dreiteiligen Abends: Videos tanzender Frauen.

Gerahmt wird er von den Tänzern aus Eun-Me Ahns Compagnie, die das Bewegungsrepertoire der Alten variieren, und einem Schlusspart, in dem alte Frauen und Profis gemeinsam auf der Bühne tanzen.

Insbesondere Letzteres ist zumindest beim Auftritt im Hamburger Kulturzentrum Kamp­nagel nicht unproblematisch – natürlich ist die Bühnenpräsenz alter Menschen eine andere als die von ausgebildeten Tänzern. Ein Stück weit stellt «Dancing Grandmothers» seine Protagonistinnen aus. Ein Stück weit. Allerdings ist das hier ein Ausstellen, das eng verknüpft ist mit dem Prinzip Performance: Gezeigt werden Menschen, die einen Körperpanzer abwerfen, die sich aus der Enge der Konventionen lösen, die für alternde Körper gelten, und die mit zunehmendem Spaß über die Bühne toben. Naja, «toben». So lange die ...

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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Falk Schreiber

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