Sehnsuchtspunkte

Zum Tod von Urs Widmer

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Seit der Gründung des Verlages der Autoren war er dabei, als einer unserer produktivsten Autoren, als willkommener Ratgeber, als immer neugieriger Begleiter und verständnisvoller Kritiker. Ja, es waren seine Tan­tiemen für die Übersetzung von Labiches «Glück zu dritt», die seinem Verlag, denn er war 1968 einer der Gründungsväter, das erste Geld einbrachten. Ein paar Monate vorher war seine erste Geschichte «Alois» im Diogenes Verlag erschienen, und er hatte zusammen mit den Lektoren, u.a.

mit Walter Boehlich, Peter Urban und Karlheinz Braun, vergeblich von Siegfried Unseld mehr Mitbestimmung gefordert. Zusammen gründeten sie den Verlag der Autoren. So war es für Urs Widmer nur folgerichtig, den Schritt in die Existenz eines freien Autors zu wagen. Denn er platzte schier vor Geschichten. Sie mussten geschrieben werden. Es war seine Möglichkeit, die Welt erträglicher zu gestalten, sie zu verwandeln.

«Mei Kopp is aach so voll von Stücke, ohne Heroin. Hunnerde. Tausende.» Dieser Satz von Urs Widmers Figur Hans in seinem zweiten Theaterstück «Nepal», das 1977 in Frankfurt an den Städtischen Bühnen ur­aufgeführt wurde, ist auch eine Beschreibung Urs Widmers von sich selbst. Und sie ist ...

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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Nachruf, Seite 71
von Marion Victor

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